Frankfurt verzeichnet mit 8,8 Prozent aktuell die höchste Leerstandsquote auf dem deutschen Bürovermietungsmarkt. Am niedrigsten ist die Rate mit 3,1 Prozent in Berlin. Auch in München, Hamburg, Düsseldorf, Köln und Stuttgart sind weniger Büros unvermietet als in Frankfurt. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Maklers Colliers International, über die "Bloomberg" berichtet.

Für das Überangebot am Main gibt es laut Colliers vor allem zwei Gründe. "In Frankfurt kommen derzeit eine Reihe großer Büro-Projekte auf den Markt, die in einer Zeit geplant wurden, als niemand mit der Pandemie gerechnet hat", sagte Stephan Bräuning, Head of Office Letting Germany bei Colliers, im Interview mit der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Doch zuletzt sei die Nachfrage geringer gewesen. Darüber hinaus gäbe es Untervermietungen im größeren Umfang. "Auch Banken und andere Finanzdienstleister haben gerade in Frankfurt viele Flächen zur Untermiete auf den Markt gegeben, die sie aktuell nicht brauchen", so Bräuning. Sie seien teilweise zu optimistisch mit ihren Expansionsplänen gewesen. "Und natürlich spielt auch die stärkere Nutzung des Homeoffice eine Rolle."

Homeoffice auch nach Ende der Pandemie
Zahlreiche Banken, darunter Dekabank und Helaba, haben signalisiert, dass sie selbst nach der Pandemie an einer höheren Homeoffice-Nutzung festhalten werden. Die Deutsche Bank will Büros in Eschborn und Sossenheim aufgeben. Sie begründete dies mit dem Wunsch der Mitarbeiter nach langfristigen mobilen Arbeitsmodellen und der Notwendigkeit, Flächen effizienter zu nutzen.

In den Jahren 2018 und 2019 hatte der Büro-Leerstand in Frankfurt bei unter sieben Prozent gelegen. Rund ein Jahrzehnt davor bewegte sich die Rate noch nahe 18 Prozent. Der aktuelle Wert ist für Bräuning allerdings auch nicht dramatisch: "Büro-Leerstände zwischen fünf und zehn Prozent sind ein gutes Markt-Gleichgewicht, bei dem sowohl Vermieter als auch Mieter Verhandlungsspielraum haben." Colliers zufolge dürfte der Büro-Leerstand in Frankfurt noch bis 2024 weiter auf dann etwa zehn Prozent ansteigen. Erst danach sei mit einer Trendumkehr zu rechnen. (mb)