Frank Fischer hat Shareholder Value Management in den vergangenen Jahren strategisch neu ausgerichtet – weg vom "klassischen Value", hin zu einem Ansatz, den er selbst als "Modern Value" beschreibt. Im Interview macht er deutlich: Diese Weiterentwicklung war keine kosmetische Anpassung, sondern ein echter Kurswechsel – mit Stilbruch, Reibungsverlusten und einem tiefgreifenden Umbau in Team und Prozessen. Der Weg dorthin war anspruchsvoll, aber für Fischer alternativlos, weil sich langfristiger Anlageerfolg seiner Meinung nach nicht nur über günstige Bewertungen, sondern vor allem über echte Unternehmensqualität sichern lässt.

Der entscheidende "Trick"
Auslöser war Fischers Überzeugung, dass klassisches Value Investing zwar funktioniert, aber nicht das Ende der Entwicklung ist. Nach über vier Jahrzehnten im Markt wollte er zeigen, "wie vielversprechend die Weiterentwicklung des klassischen Value Investings ist". Sein Leitgedanke: Wenn Value-Investoren lernen, Qualitätsunternehmen richtig zu verstehen, lässt sich laut Fischer der entscheidende "Trick" anwenden, den Charlie Munger einst Warren Buffett vermittelt habe. Fischer bringt es im Interview auf den Punkt: "Klassisches Value funktioniert, aber es gibt etwas Besseres – schwieriger, doch lohnender: die 'wunderbaren Firmen'." Gemeint sind Unternehmen mit Burggraben, hoher Kapitalrendite, stabiler Kultur und starker Kapitalallokation – also Qualitätsführer mit verlässlichem Fundament.

Der Kern von "Modern Value"
Genau darin liegt der Kern von "Modern Value": Nicht mehr primär "billig kaufen", sondern "hochwertig und fair bewertet" investieren. Fischer grenzt den Ansatz klar vom Growth-Stil ab, hält aber gleichzeitig an klassischen Value-Prinzipien fest. "Wir achten sehr auf den Preis und teilen mit dem klassischen Value Investing die Sicherheitsmarge – nur suchen wir sie bei hochwertigen Geschäftsmodellen." Statt niedrigen KGVs oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen stehen stabile Kapitalrenditen, strukturelle Wettbewerbsvorteile und Unternehmenskultur im Fokus. Für Fischer ist das kein Modewort, sondern eine konsequente Weiterentwicklung von Value – mit einem deutlich höheren Anspruch an das "Was" hinter dem Preis. (gp)


Ausgewählte Aussagen aus dem Gespräch mit Frank Fischer finden Sie in der Bilderstrecke oben – einfach durchklicken! Das vollständige Interview lesen Sie in FONDS professionell 4/2025 ab Seite 112 oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.