Fondsmanager: "Zu Schnäppchenpreisen bekommen Sie nur Schrott"
Seit zwei Jahren flüchten Anleger aus den offenen Immobilienfonds, nachdem sie als Zinssurrogate ausgedient haben. Zusätzlich erschüttern unzählige Problemfälle das Anlegervertrauen. Das stellt die Fondsmanager vor große Herausforderungen.
Nach ihrer Gründung im Jahr 2007 schrieb die Erste Immobilien KAG 15 Jahre lang eine Erfolgsgeschichte. Mehr als 3,1 Milliarden Euro verwaltete sie gemäß VÖIG-Statistik im Sommer 2022, ehe sich das Blatt wendete und Anleger Mittel abzuziehen begannen. Bisher bewirkte dieser Trend einen Absturz des verwalteten Vermögens auf mittlerweile "nur" noch 1,8 Milliarden Euro.
An der Wirtschaftlichkeit der Immobilienportfolios liegt das nicht, betont Peter Karl, CEO des Fondsverwalters, im Gespräch mit FONDS professionell. Die Gebäude werfen operative Erträge ab, allerdings trüben Bewertungskorrekturen das Gesamtergebnis. "Im ersten Halbjahr 2025 erzielte der Erste Immobilienfonds stabile Einnahmen aus der Vermietung und die Bewertungen der Immobilien entwickelten sich ausgeglichen", heißt es im Halbjahresbericht der KAG.
Trotzdem blieb die Nachfrage nach Immobilienfonds "aufgrund anderer, interessanter Veranlagungsalternativen" gering. Dieser Umstand habe dazu geführt, dass weniger neue Anteile als bisher ausgegeben und mehr Anteilscheine zurückgegeben wurden. Das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist für alle Fondsanbieter keine leichte Aufgabe.
Interessante Einstiegsgelegenheiten, aber die Mittel fehlen
Die Mittelabflüsse in Milliardenhöhe sind auch deshalb schmerzlich, weil manche Immobilieninvestitionen nach wie vor beziehungsweise wieder attraktiv sind. Erste-Immobilien-CEO Karl sagt dazu im FONDS professionell-Interview: "Bestandswohnungen kann man im Moment zu vernünftigen Renditen kaufen, wenn man das Kapital dafür hat. In Wien finde ich auch den Büromarkt durchaus spannend, vor allem dann, wenn die Objektqualität passt."
Übertriebene Kaufpreis- beziehungsweise Renditeerwartungen hält der erfahrene Manager jedoch für abwegig: "Denn zu Schnäppchenpreisen bekommen Sie nur Schrott. Gute Immobilien werden nicht unter ihrem Wert verkauft, selbst wenn der wirtschaftliche Druck hoch ist." (ae)
Das Interview mit Erste-Immobilien-CEO Peter Karl lesen Sie in der FONDS professionell-Ausgabe 3/2025 ab Seite 148 oder nach Anmeldung hier im E-Magazin.















