Fondsgesellschaften in Europa: Größe geht nur mit ETFs
Kostengünstige passive Strategien sind eine harte Konkurrenz für aktive Manager. Weitere Konsolidierungen sind zu erwarten, wie ein Morningstar-Bericht zeigt. Eine Grafik verdeutlicht, wie sich hinter Blackrock die anderen Player abmühen. Grund ist die ETF-Dominanz des US-Riesen.
Der Trend zu passiven Indexfonds setzt nicht nur die aktiven Fondsmanager unter Druck, sondern auch die klassischen Vertriebsstrukturen. Banken und Versicherungen würden zwar nach wie vor den Fondsvertrieb in den meisten europäischen Ländern dominieren, so Morningstar-Analyst Thomas DeFauw. "Aber vor allem Blackrock konnte Marktanteile gewinnen und profitiert dabei von Zuflüssen in seine iShares-ETFs, die die traditionellen Vertriebsnetze umgehen", erklärt DeFauw anlässlich der Veröffentlichung der "Fund Family Digest"-Studie von Morningstar.
ETFs benötigen kein etabliertes Vertriebsnetz, da sie an der Börse gehandelt werden. Blackrock verwaltet inklusive der Marke iShares über 1,6 Billionen Euro in seinen europäischen Investmentfonds und ETFs. Weit über drei Viertel davon bestehen inzwischen aus passiven Strategien, angeführt vom iShares Core S&P 500 ETF mit Assets in Höhe von über 100 Milliarden Euro. Amundi und DWS, über die Marke Xtrackers, haben bereits mehr als die Hälfte ihrer Vermögenswerte in passiven Strategien. UBS sogar fast zwei Drittel.
Stark ist die Dynamik auch im noch kleinen Segment der aktiven ETFs. Diese könnten sich zunehmend als kostengünstigere, transparente Alternative zu Investmentfonds etablieren. Wobei JP Morgan AM der mit Abstand größte Anbieter von aktiv verwalteten ETFs in Europa ist, wie es heißt.
Quelle: Morningstar, Fund Family Digest: Europe in 2025
Die europäische Vermögensverwaltungsbranche stehe wegen der zunehmenden Präferenz für passive Anlagestrategien unter starkem Wettbewerbsdruck, heißt es in der Analyse. Aktive Manager seien zunehmend gezwungen, ihre Gebühren zu senken. Helfen können in dieser Situation Größenvorteile. Der Trend zu Konsolidierungen werde durch Großfusionen untermauert, wie der jüngsten Übernahme von Axa Investment Managers durch BNP.
Ermittelt wurden in der Analyse zudem die Unternehmen mit dem größten organischen Wachstum in den vergangenen fünf Jahren. Wobei das Analysten-Team die Capital Group hervorhebt. Sie wuchs weniger durch neue Fonds, sondern durch solide Zuflüsse, wie es heißt. (eml)

Quelle: Morningstar, Fund Family Digest: Europe in 2025














