Gute Unternehmensführung ist ein wichtiger Faktor für den Geschäftserfolg. Trotzdem können deutsche Konzerne in Sachen Corporate Governance häufig nicht mit der europäischen Konkurrenz  mithalten. Ein Grund dafür könnte die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder sein, die mit fünf Jahren im europaweiten Vergleich ungewöhnlich hoch ist. Fünf Vermögensverwalter, darunter State Street Global Advisors, habe nun in einem offenen Brief die 30 größten Unternehmen Deutschlands aufgefordert, die Amtszeiten ihrer Aufsichtsratsmitglieder zu verkürzen.

Es gibt zwar auch Länder, in denen die Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder länger sind als in Deutschland, wie in Frankreich, den Niederlanden und Spanien. Dort können die Aktionäre allerdings zumindest einige Aufsichtsräte jährlich zur Rechenschaft ziehen. "Dies ist in Deutschland nicht der Fall. Wir sind der Meinung, dass sich das ändern muss, um die Rechenschaftspflicht und die Unternehmenstransparenz zu verbessern", sagt Robert Walker, Co-Leiter des Asset Stewardship bei State Street Global Advisors. Die Unterzeichner fordern, dass Unternehmen freiwillig dreijährige Wahlzyklen einführen. (fp)