Bei der FMA dürften die Karten in der Führungsebene einmal mehr neu gemischt werden. Die unter der alten türkis-blauen Regierung bereits in Begutachtung geschickte FMA-Reform hätte ja unter anderem vorgesehen, dass die Behörde, die derzeit von Klaus Kumpfmüller (ÖVP-nahe) und Helmut Ettl (SPÖ) geleitet wird, nur noch einen Vorstand hat. Ettl hätte gehen müssen. Er wäre in die Nationalbank (OeNB) gewechselt. Nach dem Platzen der Koalition wurde die Novellierung des Gesetzes auf Eis gelegt.

Offene Stelle bei Hypo OÖ
Nun dürfte aber Kumpfmüller gehen. Der geborene Innviertler hat sich als Hypo OÖ-Chef beworben, wie die FMA gegenüber FONDS professionell ONLINE einen Bericht der Kronen Zeitung bestätigt. Das Amt muss nach dem Tod des langjährigen Generaldirektors Andreas Mitterlehner Ende November neu besetzt werden.

Kumpfmüller hat – bis es zu einer Entscheidung über die Besetzung in der Hypo OÖ kommt – einen Urlaub angetreten, um möglichen Interessenskonflikten entgegenzuwirken. Laut dem Krone-Bericht war Kumpfmüller der einzige Bewerber. Ein Sprecher der Bank bestätigte dies auf Anfrage nicht. Zu Personalagenden könne man sich nicht äußern; etwaige Bewerbungen müssten erst gesichtet werden und am Ende obliege die Entscheidung dem Aufsichtsrat, betonte der Hypo-OÖ-Sprecher.

Grüner FMA-Vorstand
Laut einem Bericht der Tageszeitung "Der Standard" könnte für den Fall, dass Kumpfmüller geht, ein Grüner FMA-Vorstand werden. Sollte die Doppelspitze bleiben, wäre der 40-jährige aus der FMA kommende Volkswirt Josef Meichenitsch der Kandidat für den Posten, berichtet der Standard. Meichenitsch sei ein Vertrauter von Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler und federführend für die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen dabei gewesen.

Dass in der OeNB für die Grünen ein Posten herausschaut, ist wenig wahrscheinlich. Laut dem neuen Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) werden in den erst kürzlich bestellten Gremien Direktorium und Generalrat keine Umbesetzungen vorgenommen. Daher könnten die Grünen auf ein Amt in der FMA pochen. Das Vorschlagsrecht für die Nachbesetzung des Postens liege beim Finanzminister, betonte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik gegenüber der Redaktion.

Blümel zurückhaltend zu einer FMA-Reform
Ob die Doppelführung der FMA nach dem Platzen der Regierung türkis-blau bleibt, steht noch nicht fest. Von einer FMA-Reform ist im neuen türkis-grünen Regierungsübereinkommen zwar nicht mehr die Rede. Finanzminister Blümel hatte aber gegenüber dem "Standard" erklärt, man wolle die Aufsicht straffen. Wie, das müsse man noch ausverhandeln.

Nach dem Entwurf der Vorgängerregierung wäre es zu einem massiven Umbau der Aufsicht gekommen. Unter anderem wäre die derzeit zwischen FMA und OeNB geteilte Bankenaufsicht komplett zur FMA gewandert, dafür hätte die FMA legistische Aufgaben an das Finanzministerium abtreten müssen. (eml)