Die Marktaufsicht FMA hat Sorgen wegen der Eigenkapitalstruktur der Autobank AG, die an der Wiener Börse ihre Hauptnotiz hat. Am Mittwoch (19. August) stellte die FMA daher dem Bankvorstand mit sofortiger Wirkung die Wirtschaftsprüferin Dorotea-E. Rebmann als vorläufige Verwalterin gemäß § 46 des Bundesgesetzes über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) zur Seite.

Frühintervention
Es handelt sich um eine Frühinterventionsmaßnahme, die es der FMA ermöglicht, bei tatsächlichen oder drohenden Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Bestimmungen rechtzeitig einzugreifen. Die Autobank hat eine sehr tiefe Eigenkapitalquote – 2018 hatte sie bei nur 8,74 Prozent gelegen, der 2019er-Geschäftsbericht ist angesichts von Marktschwierigkeiten noch nicht veröffentlicht.

Das Unternehmen hat 2019 sein Geschäftsmodell neu aufgestellt und wollte vom Retailfinanzierer zum Refinanzierer deutscher Leasinggesellschaften werden. Österreich sollte demnach eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Umstellung kommt nicht in die Schwünge. Erschwert wird sie durch die Corona-Pandemie, die auch den Auto- und Leasingmarkt unter Druck setzt. Bereits vor einigen Wochen gab das Unternehmen bekannt, dass es hohe Beteiligungen an Unternehmen abschreiben muss. Der Verlust für das Jahr 2019 soll bei rund 9,7 Millionen Euro liegen.

Sparprodukte am Markt
Käme es tatsächlich zu Problemen bei der Bank würden auch österreichische Sparer betroffen sein. Das Institut hat Sparprodukte wie Tagesgeld und Festgeld am Markt.

Die Geschäftsleiter müssen künftig die Verwalterin über alle Maßnahmen informieren und sie "insbesondere in sämtliche Agenden und Kompetenzen entsprechend der Geschäftsordnung der Autobank AG operativ einbinden". Außerdem muss der Vorstand bei wesentlichen Geschäftsfällen vor der Entscheidung die Einwilligung einholen. Die Verwalterin hat weiters Stellungnahmen und Mitteilungen der Bank an die Aufsicht auf deren Schlüssigkeit zu prüfen und die Finanzlage der Bank laufend einzuschätzen. Die Frühinterventionsmaßnahme ist bis zur Behebung des Frühinterventionsbedarfs befristet, längstens jedoch auf zwölf Monate.

Auseinandersetzung mit der FMA
Die Autobank befindet sich bereits seit längerem in einer Auseinandersetzung mit der FMA. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Behörde die Organe der Bank zu einer Stellungnahme aufgefordert hat. Es geht um Zweifel der FMA zur Kompatibilität von Organmitgliedern und zum Kreditportfolio. Die Bank hat der Aufsicht die geforderte Stellungnahme bereits geliefert. Dieses Verfahren läuft abseits der Bestellung der Verwalterin weiter. Wann eine Reaktion der Prüfer von FMA und OeNB zu erwarten ist, konnte die Aufsicht vorerst nicht sagen. (eml)