Die Coronakrise hat die Scope-Liste der besten Asset Manager durcheinandergewirbelt. Unter den kleineren Vermögensmanagern gibt es nach mehr als einem Jahr erstmals wieder einen neuen Spitzenreiter: Flossbach von Storch hat sich an Lupus Alpha vorbei auf Rang eins geschoben.

Die Quote der von Scope mit der Top-Note A oder B bewerteten Fonds ist bei der Kölner Investmentboutique seit Ende März von 61,5 auf nunmehr 83,3 Prozent gestiegen. Zuvor hatte Flossbach im Scope-Ranking zwar ebenfalls in den Top Ten, dort aber nur im Mittelfeld gelegen. Der rasante Aufstieg war nach Angaben der Ratingagentur besseren Bewertungen für mehrere Aktienfonds zu verdanken. Die Mischfonds des Anbieters wie der bekannte FvS Multiple Opportunities schmücken sich bereits seit geraumer Zeit mit Bestnoten.

Das sind die zehn Sortimentskönige unter den kleinen Gesellschaften

Für Flossbach von Storch läuft es dieser Tage blendend. Auch Morningstar hat das Haus soeben mit höchsten Ehren ausgezeichnet. Mehr als das: Die Ratingagentur kürte den Kölner Asset Manager sogar zur besten großen Fondsgesellschaft Europas. Anders als bei Scope spielt der Fondsanbieter laut Morningstar angesichts eines alleine in Publikumsfonds verwalteten Kundenvermögens von rund 32 Milliarden Euro also nun sogar bei den Platzhirschen mit. Scope wertet die Portfoliopaletten allerdings etwas anders und zählt zu den großen Asset Managern nur solche Häuser, die mehr als 25 von der Ratingagentur bewertete Fonds vorweisen können. Bei Flossbach von Storch sind es derzeit aber "nur" zwölf.

Vier Neulinge in den Top Ten der Universalanbieter
Auch in der Gruppe der Branchengiganten gab es zum Ende des ersten Quartals einen Wechsel an der Spitze: Vanguard liegt nun mit einer Top-Rating-Quote von 61,8 Prozent knapp vor MFS Investment Management mit 61,5 Prozent hervorragend bewerteten Produkten. "Vor einem Jahr lag Vanguard mit einer Top-Rating-Quote von 55,2 Prozent noch auf Rang fünf", berichtet Scope-Analyst André Härtel.

Auch abseits der Spitze gab es signifikante Verschiebungen. Mit Union Investment, State Street, J.P. Morgan Asset Management und Robeco verzeichnet Scope gegenüber dem Vorjahr gleich vier Neu- respektive Wiedereinsteiger in den Top Ten. "Den größten Sprung machte dabei Robeco", sagt Härtel. Statt wie zuvor 36,1 Prozent sind nun 43,6 Prozent der Robeco-Portfolios mit einer der beiden Bestnoten bewertet. Damit hat sich der Vermögensverwalter im Ranking von Platz 30 auf Platz zehn katapultiert. "Die Gründe liegen in der Verbesserung von mehreren Aktien- und Rentenfonds", erklärt der Scope-Analyst.

Das sind die zehn Sortimentskönige unter der großen Gesellschaften 

Abgestiegen aus dem Fondsanbieter-Olymp sind im Gegenzug Legg Mason, Vontobel Asset Management, Alliance Bernstein und First State. Am schlechtesten lief es zuletzt für Legg Mason: Seine Top-Rating-Quote sackte von 59,4 auf nur noch 34,5 Prozent förmlich in sich zusammen. Damit rutschte der Fondsanbieter von Rang zwei auf Rang 34 ab. (fp/ps)


Über die Ratingmethode:
Scope bewertet rund 6.000 in Deutschland sowie Österreich zum Vertrieb zugelassene Publikumsfonds (UCITS). Verwaltet werden die Fonds von mehr als 300 Gesellschaften. Das Anbieter-Ranking sortiert die Gesellschaften nach ihrem Anteil an Fonds mit Top-Rating.

Scope bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Danach werden die Fonds, die mindestens fünf Jahre existieren und zum Vertrieb zugelassen sein müssen, in fünf Stufen von A bis E eingeteilt. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Der Quotient aus der Anzahl der Top-Ratings und der Gesamtzahl der Fondsratings eines Asset Managers ergibt dann den Prozentanteil der bestbewerteten Fonds eines Vermögensverwalters.

Um den unterschiedlichen strategischen Ansätzen der Gesellschaften gerecht zu werden, erstellt Scope zwei separate Ranglisten – jeweils eine für "kleine Gesellschaften", die über lediglich acht bis 24 bewertete Fonds verfügen, als auch eine für "große Fondsanbieter" mit mindestens 25 bewerteten Portfolios. Gesellschaften mit insgesamt weniger als acht bewerteten Fonds werden für diese Auswertung nicht berücksichtigt.