Der rasante Aufstieg schwach regulierter Fintech-Unternehmen bereitet der US-Notenbank Fed zunehmend Kopfzerbrechen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sehen die Währungshüter vor allem Technologieunternehmen, die Kredite vergeben oder im Zahlungsverkehr aktiv sind, kritisch. Diese würden nicht über ausreichendes Risikobewusstsein verfügen und zudem den Verbraucherschutz vernachlässigen.

Auch aus diesem Grund scheut die Fed bislang davor zurück, Fintechs eine Lizenz zu erteilen, die ihnen den direkten Zugriff auf ihre Systeme erlauben würde. Bei traditionellen Bankhäusern ist das schon lange üblich. Damit handelt die Fed weitaus zurückhaltender als etwa die US-Bankenaufsicht OCC oder die Einlagensicherung FDIC. Beide Behörden stehen der Branche deutlich offener gegenüber und denken über die Einführung einer neuen Fintech-Lizenz nach.

Kunden müssen sensibilisiert werden
Auch etablierte Kreditinstitute stehen der Konkurrenz durch Fintech-Anbieter oft skeptisch gegenüber. In der Schweiz sorgte im vergangenen Jahr der Fintech-Verband Swiss Finance Startups (SFS) für Furore, als er vorschlug, eine Selbstregulierungsorganisation zu gründen. Darin sollten alte und neue Akteure des Finanzplatzes Grundlagen für sogenannte Open-Banking-Lösungen schaffen. Auf ihren Vorschlag bekamen die Lobbyisten laut eigener Aussage kaum Reaktionen.

Die technologischen Entwicklungen bei der Datenverarbeitung und -analyse haben auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Sie will sich künftig verstärkt mit den Themen Big Data und Künstliche Intelligenz befassen. Kunden müssten stärker dafür sensibilisiert werden, welchen enormen Wert die Daten haben, die sie preisgeben, und wer über diese verfügen kann, fordern die Aufseher. (fp)