Anne Richards, Chefin des Fondsriesen Fidelity International, sieht die umfangreichen Kredit-Programme zur Rettung von Unternehmen in der Coronakrise kritisch. Es besorgt sie, dass Firmen dadurch potenziell enorme Schuldenberge anhäufen. Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital könnte in Schieflage geraten, warnt die Top-Managerin laut "Handelsblatt". 

Richards betrachtet hohe Schulden dem Zeitungsbericht zufolge generell als Problem für Unternehmen. Vermögensverwalter könnten gezwungen sein, Aktien wegen drohender Überschuldung zu verkaufen, sagt sie. In der Wirtschaftswelt dürften Richards‘ Worte sehr genau verfolgt werden: Rund 337 Milliarden Euro Kundenkapital im Hintergrund verleihen ihnen ein nicht zu unterschätzendes Gewicht.

Aktienhilfe statt Schulden-Drama
Statt massenhaften Corona-Krediten würde es die Fidelity-Chefin lieber sehen, wenn die Eigenkapitalbasis der Firmen gestärkt würde – etwa über Steuervergünstigungen für Aktieninvestments oder über einen Staatsfonds. Unternehmen könnten dann leichter Aktienkapital einwerben, statt Gefahr zu laufen, sich in der Krise zu überschulden. "Das Solvenzproblem der Unternehmen können die Asset-Manager nicht allein lösen", betont Richards. (fp)