Noch bevor sie auf dem Markt ist, hat sie bereits ein schlechtes Image: Die Rede ist von der Digitalwährung Libra, die Facebook ursprünglich bereits im September dieses Jahres an den Start bringen wollte. Des schlechten Images sind sich auch die Entwickler der Währung bewusst. Deswegen soll sie nun nicht mehr Libra, sondern Diem heißen. Mit dem neuen Namen wollen die Entwickler ihre Unabhängigkeit von Facebook betonen, berichtet das "Handelsblatt". 

Die Umbenennung sei Teil eines Umbaus zu einer einfacheren Struktur, sagte Stuart Levey, der Vorstandschef der in Genf ansässigen, von Diem Assocation, die die Währung entwickelt. Auch das Unternehmen wurde im Zuge der Umbenennung umgetauft – vorher lief es unter dem Namen Libra Association. Kritiker der Währung befürchten, Diem könnte die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erschweren und das globale Finanzsystem destabilisieren. Außerdem besteht derzeit noch kein Regelwerk, dass Käufer der Währung innerhalb der EU vor Zahlungsausfällen schützt. 

Markteintritt ungewiss
Einen Zeitplan für die Einführung von Diem nannte Levey nicht. Zunächst müsse die Genehmigung der Schweizer Aufsichtsbehörden erfolgen, berichtet das "Handelsblatt". Facebook bleibe "wichtiges Mitglied der Vereinigung", die insgesamt 27 Mitglieder zählt, sagte Levey. "Wir versuchen nicht, alle Verbindungen zu kappen, bei weitem nicht." Die Namensänderung solle aber unterstreichen, dass die Diem Association "autonom und unabhängig arbeitet", fügte er hinzu. (fp)