Christine Lagarde ist als Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) um ein besseres Image ihrer Institution bemüht. Nun gibt es neuen Ärger aus dem Inneren der Notenbank: EZB-Direktoren sollen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung“ (SZ) in den vergangenen Jahren immer wieder wie selbstverständlich ihre Lebenspartner auf internationale Geschäftsreisen mitgenommen haben – auf Kosten der Notenbank und damit letztlich zu Lasten der Steuerzahler. Bei Überseeflügen soll die EZB sogar regelmäßig teure First-Class-Tickets für die Ehepartner der Manager spendiert haben – für bis zu 10.000 Euro das Stück! 

In einigen Fällen ist es für Führungskräfte durchaus üblich, Ehepartner auf Dienstreisen mitzunehmen, etwa für repräsentative Aufgaben. Da Notenbanker keine Politiker sind, nehmen sie bei solchen Trips aber nur selten repräsentative Pflichten wahr und besuchen in erster Linie rein fachliche Treffen. Im Fokus der EZB-Affäre stehen der SZ zufolge Sabine Lautenschläger, die im Herbst vorzeitig ausgeschieden ist, sowie Yves Mersch, Vize-Chef der EZB-Bankenaufsicht. Beide wollen sich laut SZ zu den Vorwürfen nicht äußern. 

EZB bestätigt Reisekostenübernahme
Auf Nachfrage der Zeitung bestätigte die EZB zwar, Reisekosten für Partner der Direktoren zu übernehmen, sofern sich die Reise dienstlich begründen lässt. Die Notenbank gab aber keine Auskunft darüber, wie viel Geld sie für solche Reisen insgesamt gezahlt hat und worin der Repräsentationszweck der Ehepartner bei diesen Reisen bestand. (fp)