Europas Asset Manager wachsen wieder, doch Gewinne hinken hinterher
Nach schweren Jahren wächst die europäische Fondswelt wieder. Im Jahr 2024 erreichte die Branche ein Rekordvolumen, zeigt eine McKinsey-Studie. Doch die Anbieter ringen mit steigenden Kosten. Auch die Gebühreneinnahmen stehen unter Druck. Hohes Wachstum billigen die Branchenkenner einem Feld zu.
Europas Asset Manager haben im vergangenen Jahr mit einem verwalteten Vermögen in Höhe von 28 Billionen Euro einen Rekordwert erreicht. Das sind zwei Prozent mehr als beim vorangegangenen Hochstand im Jahr 2021. Dies zeigt eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey. Damit hat sich die Branche von den schwierigeren Jahren 2022 und 2023 erholt. Trotz der Höchstmarke beim Fondsvolumen hinken jedoch die Gewinne hinterher. Mit 26 Milliarden Euro an operativen Gewinnen liegt der Wert um gut 20 Prozent unter dem Hoch aus dem Jahr 2021.
Die Branchenkenner von McKinsey führen dies einerseits auf zunehmende Kosten zurück. Steigende Gehälter sowie höhere Ausgaben etwa für Technologie sowie Übernahmen und Fusionen haben die Gesamtausgaben der europäischen Asset Manager anschwellen lassen. Andererseits ringen die Anbieter mit einem Ertragsproblem.
Gebühreneinnahmen unter Druck
Denn die Nettomittelzuflüsse im Jahr 2024 in Höhe von rund 600 Milliarden Euro gingen vor allem in Strategien mit niedrigen Gebühren, insbesondere passive Fonds sowie Geldmarkt- und Anleihenfonds. Demgegenüber verzeichneten im vergangenen Jahr Multi-Asset- sowie aktive Aktienstrategien Abflüsse. In diesen Bereichen lassen sich höhere Gebühreneinnahmen erzielen. Unter den Feldern mit höheren Gewinnmargen verzeichneten lediglich alternative Anlagen Zuflüsse.
Die bisher vorliegenden Daten würden darauf hindeuten, dass sich dieser Trend auch 2025 fortgesetzt hat, so die McKinsey-Spezialisten. Grundsätzlich seien in allen Anlageklassen jedoch die Preise unter Druck, betonen die Experten. Ein Grund dafür ist der Aufstieg passiver Strategien über börsengehandelte Fonds (ETFs).
Gefahr der Kannibalisierung
Hohe Wachstumsraten prognostizieren die Branchenkenner dem bisherigen Nischensegment der aktiven ETFs. Bis 2029 soll demnach das verwaltete Vermögen von 58 Milliarden Euro per Ende März 2025 auf 165 Milliarden Euro klettern. Dies entspräche einer Wachstumsrate von rund 25 Prozent pro Jahr.
Allerdings bestehe die Gefahr, dass sich die Anbieter dieses Wachstum durch eine gewisse Kannibalisierung erkaufen, mahnen die Experten. Denn in den USA, in denen aktive ETFs schon weiter verbreitet sind, zeige sich, dass mehr als zehn Prozent des Nettoneugelds aktiver ETFs in solche Vehikel fließen, die eine Kopie eines bereits bestehenden Publikumsfonds sind. (ert)















