Die beiden Fondsanbieter Ethenea Independent Investors und Mainfirst Asset Management starten mit einer neuen Gesellschaft zur Vertriebsunterstützung ins Jahr 2019. Ab sofort bündeln die Investmentgesellschaften, die beide mehrheitlich zu der von Luca Pesarini kontrollierten Schweizer Haron Holding gehören, ihren Vertrieb in der neu gegründeten Luxemburger Gesellschaft Fenthum.

Durch den Zusammenschluss des Vertriebs würden Synergien geschaffen. Man gewinne zudem eine europaweite Marktpräsenz und baue die Vorteile für Investoren aus, indem ein größeres Team Kunden an mehr Orten intensiver betreuen könne, betonten Ethenea-Chef Thomas Bernard und Mainfirst-AM-Geschäftsführer Oliver Haseley.

Das Portfoliomanagement bleibt unabhängig
Die Haron Holding hält 95 Prozent der Ethenea-Anteile und erwarb 2017 die Mehrheit der Mainfirst-Bank-Aktien. Vor zwei Monaten verkaufte Pesarini Teile der Bank, behielt aber den zuvor ausgegliederten Asset-Manager.

Trotz der Zusammenlegung des Vertriebs bleibe die Unabhängigkeit der beiden Asset Manager gewahrt, betonen Bernard und Haseley. Die neue Fenthum übernehme lediglich die Vertriebsunterstützung, das Portfoliomanagement von Ethenea und Mainfirst sei davon nicht betroffen. Beide Fondsgesellschaften sollen weiterhin ein eigenständiges, komplementäres Produktspektrum anbieten.

Dominic Nys in der Gesamtverantwortung für den Vertrieb
Die Gesamtverantwortung für den Vertrieb übernimmt Dominic Nys als Executive Director und Global Head of Business Development von Fenthum. Er leitete bisher als Global Head of Business Development und Marketing die Geschäftsentwicklung von Ethenea.

Die Bündelung des Vertriebs biete neben dem besseren Service für die Kunden auch den Vorteil einer größeren Fondspalette. "Das kombinierte Angebot von Ethenea und Mainfirst bietet eine breite und ausgewogene Auswahl an Portfoliolösungen für jedes Kundenprofil", so Nys.

"Keine personellen Veränderungen"
"Durch die Zusammenführung der Vertriebsunterstützung von Ethenea und Mainfirst in der neuen Fenthum ergeben sich keine personellen Veränderungen", betonte Nys auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Ziel der Zusammenlegung der Vertriebsteams sei nicht die Straffung der Organisationen, sondern die Bündelung der Kompetenzen. Künftig sollen die Teams sogar weiter verstärkt werden, um die Marktpräsenz beider Asset Manager in Europa auszuweiten und einen größeren Kundenkreis zu erreichen.

Auch wenn die Zusammenlegung des Vertriebs keine Sparmaßnahme sein soll: Grundlos erfolgt sie nicht. Ethenea leidet seit geraumer Zeit unter Mittelabflüssen, insbesondere wegen der zuletzt enttäuschenden Performance des Flaggschifffonds Ethna-Aktiv. Zahlen des Branchenverbands BVI zufolge zogen Anleger aus Deutschland in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres 713 Millionen Euro aus den drei Ethna-Mischfonds ab. Mainfirst AM dagegen konnte im gleichen Zeitraum 764 Millionen Euro einsammeln. Über eine Zusammenlegung der beiden Vertriebsteams war in den vergangenen Monaten schon häufiger spekuliert worden, die Unternehmen wollten sich dazu in der Vergangenheit aber nicht äußern.

Institutionelle Investoren werden separat betreut
Die Betreuung institutioneller Investoren sowie die individuelle Mandatsbetreuung für Deutschland und Österreich bleiben weiterhin bei Mainfirst. "Auf diese Weise können spezifische institutionelle Anforderungen in enger Zusammenarbeit mit dem Fondsmanagement und den dedizierten Kundenberatern einfach und effizient umgesetzt werden", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. (hh/bm)