Robo-Advisory fügt sich zunehmend in das Gefüge der traditionellen Finanzdienstleister ein. Der Online-Vermögensverwalter Savity wurde Mitglied im gewichtigen Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Der Fachverband, der nachhaltige Finanzinteressen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz vertritt, hat gut 170 Mitglieder vor allem unter Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Versicherungen, Ratingagenturen, Investmentgesellschaften, Vermögensverwaltern, Finanzberatern und NGOs, sowie rund 30 interessierte Privatpersonen. Mit Savity sei erstmals ein Robo-Advisor aufgenommen worden, heißt es in einer Aussendung.

Bawag seit kurzem mit an Bord
Savity ist derzeit in Österreich tätig. Im Juni 2019 übernahm die in Deutschland expansive österreichische Großbank Bawag PSK 49 Prozent am Savity-Gründer Finventum. Seitdem haben alle Kunden der österreichischen Bawag-Direkttochter Easybank Zugang zur Portfolioverwaltung von Savity. Groß ist allerdings die Fantasie für den Sprung von Savity nach Deutschland. Die Bawag, die in Deutschland unter anderem die Südwestbank übernommen hat, hat auf dem Markt Ende 2018 die Kreditplattform Qlik gestartet. Qlik basiert auf dem Know-how von Easybank und Südwestbank. Bei dem Robo-Advisor gibt es kein Kommentar zu Deutschlandbelangen.

Savity bietet Privat­anlegern mit seiner Schiene "Savity Green" einfachen Zugang zu professionell gemanagten Anlage­strategien, die strengen Nachhaltigkeitskriterien folgen. Wie Savity unter Verweis auf FNG-Zahlen berichtet, nahm das nachhaltig investierte Vermögen in Österreich von 2014 bis 2018 um 43 Prozent zu. Dabei sind es derzeit vor allem große institutionelle Investoren, die auf nachhaltige Geldanlage setzen. Diese sind für 80 Prozent der nachhaltigen Geldanlagen verantwortlich.

"Kein Modegag"
"Nachhaltiges Investieren ist kein Mode-Gag, sondern ganz klar ein Zukunftsthema", sagt Karin Kisling, Gründerin und Geschäftsführerin von Savity. Claudia Tober, Geschäftsführerin des FNG, meint: "Im Bereich der FinTechs hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. In unserem Forum sind sie jedoch noch nicht stark vertreten".

"Savity Green" verzichtet den Angaben zufolge auf Investments in Sektoren wie Atomkraft, Waffenindustrie oder Tabak. Auch Kinderarbeit, Energiegewinnung aus Kohle und Erb­zellenforschung am menschlichen Genom werden ausgeschlossen. Die Zu­sammensetzung der Portfolios erfolgt entsprechend dem Sicherheitsbedürfnis des Kunden und wird durch Savity laufend automatisch überwacht. Der Mindest­anlagebetrag liegt bei 10.000 Euro. Laut einer kürzlich veröffentlichten Erhebung hat das grüne Portfolio bei Savity die klassischen Strategien insbesondere in Krisenphasen deutlich outperformed. (eml)