Die Erste Group verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 insbesondere bei Hypothekarkrediten ein deutliches Wachstum des Kreditvolumens. Insgesamt stieg das Kreditvolumen um sechs Prozent auf 191,5 Milliarden Euro. Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich mit 2,2 Prozent (2,5 %) auf den historischen Bestwert seit Börsengang. Die NPL-Deckungsquote (ohne Sicherheiten) lag bei 91,8 Prozent (91,4 %).

Die Bilanzsumme stieg auf 327,1 Milliarden Euro (+6,4 %; 307,4 Milliarden Euro). Auf der Aktivseite verringerten sich Kassenbestand und Guthaben auf 42,8 Milliarden Euro (45,5 Milliarden Euro). Kredite an Banken erhöhten sich – insbesondere in Tschechien – auf 28,7 Milliarden Euro (21,0 Milliarden Euro). Die Kundenkredite stiegen auf 191,5 Milliarden Euro (+6,3 %; 180,3 Milliarden Euro), signifikante Anstiege gab es in fast allen Kernmärkten. Passivseitig gab es einen Zuwachs bei den Einlagen von Kreditinstituten auf 36,7 Milliarden Euro (31,9 Milliarden Euro). Die Kundeneinlagen stiegen in fast allen Kernmärkten – insbesondere in Österreich und Tschechien – auf 225,5 Milliarden Euro (+7,1 %; 210,5 Milliarden Euro). Das Kredit-Einlagen-Verhältnis sank auf 84,9 Prozent (85,6 %).

Nettokreditwachstum im hohen einstelligen Prozent-Bereich erwartet
Im Ausblick verweist die Erste Group unter anderem darauf, dass für die Kernmärkte des Unternehmens für 2022 ein reales BIP-Wachstum von zirka zwei bis fünf Prozent prognostiziert wird. Gleichzeitig werde die Inflation das gesamte Jahr hindurch ein wichtiges Thema bleiben, im Verhältnis zum Vorjahr weiter angetrieben vom geopolitischen Konflikt um die Ukraine. Trotzdem werden weiter niedrige Arbeitslosenquoten erwartet. Die Leistungsbilanzsalden werden sich aufgrund höherer Importpreise von Energieträgern in den meisten Ländern verschlechtern. Auch die Fiskallage wird aufgrund der mannigfaltigen fiskalpolitischen Herausforderungen angespannt bleiben. Die Staatsverschuldung wird laut Unternehmen allerdings auf erheblich tieferen Niveaus zu liegen kommen als im EU-Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund erwartet die Erste Group ein Nettokreditwachstum im hohen einstelligen Prozent-Bereich. Die Risikokosten 2022 sollten sich auf unter 20 Basispunkte der durchschnittlichen Bruttokundenkredite belaufen. (gp)