Elon Musk will Banker-Know-how in seine KI laden
Elon Musks KI-Startup xAI will seinen Chatbot Grok stärker auf Finanzthemen ausrichten. Dafür rekrutiert das Unternehmen gezielt Banker, Händler und Kreditanalysten, die dem System komplexe Investmentstrategien und Finanzmodelle beibringen sollen.
Elon Musks KI-Startup xAI hat damit begonnen, gezielt Banker und Kreditexperten anzuwerben, um den Chatbot Grok für Finanzstrategien fit zu machen. Damit folgt das Unternehmen einem Trend unter KI-Entwicklern: Immer mehr Software soll gezielt Investmentprofis unterstützen.
Stellenanzeigen auf der xAI-Website zeigen, dass das Unternehmen aktiv Wall-Street-Banker, Portfoliomanager, Händler und Kreditanalysten für seine Daten-Annotationsteams sucht. Diese Fachleute sollen Grok trainieren, indem sie dem System beibringen, Finanzmodelle zu durchdenken – etwa Syndizierung von Leveraged Loans, Distressed Investments oder komplexe Papiere wie Mortgage-Backed Securities und Collateralized Loan Obligations.
Fokus auch auf Krypto- und Aktienmärkte
Expertise will xAI auch in anderen Bereichen anzapfen. Musks Unternehmen sucht auch Finanzspezialisten für den Krypto- und den Aktienmarkt.
Die KI-Entwickler OpenAI und Anthropic haben bereits Werkzeuge veröffentlicht, die Marktanalysen, Investment-Memos und andere typische Aufgaben von Analysten beschleunigen sollen. Solche Entwicklungen haben Investoren traditioneller Softwareanbieter aufgeschreckt, weil einige fürchten, dass deren Produkte durch KI überflüssig werden könnten.
xAI im Wettbewerb bislang zurück
Im Wettbewerb um Unternehmenskunden gilt xAI bislang als Nachzügler. Ein großer Teil der Einnahmen stammt bisher aus Verträgen mit Musks eigenen Firmen, darunter Tesla und SpaceX. SpaceX wiederum hat sich erst im vergangenen Monat mit xAI zusammengeschlossen.
Der Strategiewechsel folgt auf einen turbulenten Jahresbeginn. Das Unternehmen hat zahlreiche Mitarbeiter verloren, darunter große Teile des Gründungsteams.
Neue Führungskräfte für KI-Programmierung
Zuletzt hat Musk zwei leitende Mitarbeiter des KI-Coding-Start-ups Cursor verpflichtet. Cursor führt derzeit Gespräche über eine Finanzierungsrunde, die das Unternehmen mit rund 50 Milliarden Dollar bewerten könnte.
Musk hat auf einer Konferenz eingeräumt, dass xAI beim Thema Programmier-KI hinterherhinkt – einem Bereich, der für OpenAI und Anthropic zu einem wichtigen Umsatztreiber geworden ist.
Grok soll auch bei Steuern helfen
Parallel versucht xAI, Grok auch in anderen praktischen Anwendungen zu stärken. Musk hat kürzlich hervorgehoben, der Chatbot könne Nutzern auch "bei ihren Steuern helfen", nachdem das Unternehmen bereits Buchhalter angeheuert hatte, um Grok entsprechend zu trainieren.
Zentral für diese Strategie sind die sogenannten KI-Tutoren. Diese Mitarbeiter speisen Daten in den Chatbot ein und passen dessen Antworten an. Die Gruppe wird von Diego Pasini geleitet, einem frisch gebackenen High-School-Absolventen, der seit etwas mehr als einem Jahr bei xAI arbeitet.
Pasini hat dort auf ein zentrales Problem hingewiesen: "Einer der Engpässe sind Trainingsdaten." Einen großen Teil dieser Daten bezieht Grok aus Musks sozialem Netzwerk X.
Kreditmarkt besonders im Fokus
Bei der Einstellung neuer KI-Tutoren konzentriert sich xAI derzeit besonders auf den Kreditmarkt. Genau dieser Bereich steht aktuell unter Druck, weil Private-Credit-Fonds mit Rückgaben von Anlegergeldern und anderen Herausforderungen konfrontiert sind. (mb/Bloomberg)















