Die DWS hat zum Jahresauftakt bei Anlegern 2,5 Milliarden Euro einsammeln und damit den negativen Trend der vorangegangenen Quartale brechen können. Über das Gesamtjahr 2018 hatten Investoren mehr als 22 Milliarden Euro von der Fondstochter der Deutschen Bank abgezogen, allein im Schlussquartal waren es sieben Milliarden. Die nun vollzogene Trendwende beim Nettomittelaufkommen hatte der neue DWS-Chef Asoka Wöhrmann bereits im Interview mit FONDS professionell angekündigt.

Wöhrmann ersetzte Ende Oktober 2018 Nicolas Moreau, der wegen der anhaltenden Mittelabflüsse und verfehlter Ertragsziele seinen Posten räumen musste. Der ehemalige Axa-Spitzenmanager hatte die DWS im Frühjahr 2018 an die Börse gebracht. Seither war der Kurs der Deutsche-Bank-Tochter unter die Einstandsmarke gefallen. Erst zuletzt kletterte das Papier über den Ausgabekurs von 32,50 Euro – beflügelt vom besseren Marktumfeld und aufkeimenden Übernahmespekulationen durch die Allianz oder die UBS.

Auch die Mutter im Plus
Wöhrmanns Sparkurs zeigt Wirkung: Die bereinigten Kosten sanken im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 382 Millionen Euro. Die Erträge gingen allerdings ebenfalls leicht um vier Prozent auf 534 Millionen Euro zurück. Der Nettogewinn kletterte um fünf Prozent auf 102 Millionen Euro. "Wir werden auch weiterhin unsere Hausaufgaben machen und mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell die Stärke und das Leistungsvermögen der DWS unter Beweis stellen", sagte Wöhrmann einer Mitteilung zufolge.

Auch der Mutterkonzern Deutsche Bank legt Eckdaten für das erste Quartal vor. Der Dax-Konzern erzielte einen Gewinn nach Steuern von 201 Millionen Euro, ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem senkte das Institut seine Kosten, musste aber zugleich einen Rückgang der Erträge hinnehmen. Die Deutsche Bank hatte einen Tag zuvor die Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank ergebnislos beendet.(ert)