Die DWS hat im dritten Quartal erneut erhebliche Mittelabflüsse erlitten. Anleger zogen in den drei Monaten bis Ende September weitere 2,7 Milliarden Euro aus den Fonds des Deutsche-Bank-Ablegers. Im zweiten Quartal hatten Investoren noch fast fünf Milliarden Euro abgezogen. Die Abflüsse beträfen Mandate mit niedrigen Margen und seien durch die US-Steuerreform bedingt, teilte die seit März 2018 börsennotierte Gesellschaft mit.

Allerdings büßte das Haus auch im Bereich Acitve Equity unter dem Strich Mittel ein – sowohl bei institutionellen wie auch bei Retailanlegern. In diesem Bereich lassen sich höhere Margen erzielen. Im Feld der Indexfonds und ETFs hielten sich Zu- und Abflüsse die Waage. Das verwaltete Vermögen stieg aufgrund der Marktentwicklung und Wechselkurseffekten zum Ende des dritten Quartals um fünf Milliarden auf 692 Milliarden Euro. Vergleiche zum entsprechenden Vorjahreszeitraum nannte das Unternehmen nicht. Damals war der Asset Manager noch vollständig Teil der Deutschen Bank.

Bei Kosten auf Kurs…
Das Unternehmen betont zudem die Verbesserungen. Die bereinigten Erträge lagen nahezu unverändert zum Vorquartal bei 574 Millionen Euro. Demgegenüber stieg der bereinigte Vorsteuergewinn um 18 Prozent auf 177 Millionen Euro. Nach Steuern blieb ein Nettogewinn von 121 Millionen Euro in den Büchern stehen, was einem Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2018 entspricht – also eine Verbesserung von einer schwachen Ausgangsbasis.

Die Führungsspitze sieht das Haus auf Kurs. "Wir sind bei der Weiterentwicklung unseres Geschäfts durch unsere Wachstumsinitiativen, Kostensenkungen und strategischen Partnerschaften gut vorangekommen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung Nicolas Moreau. "Als eigenständiges Unternehmen konnten wir die Kosten im dritten Quartal wie vorgesehen deutlich senken", ergänzte Finanzchefin Claire Peel. "Wir sind mit unseren Fortschritten zufrieden, das Kostensenkungsziel für 2018 befindet sich in greifbarer Nähe."

… und doch fernab der Konkurrenz
Die bereinigte Aufwand-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) verbesserte sich in den drei Monaten bis Ende September auf 69,2 Prozent. Im zweiten Quartal lag sie noch bei 74,1 Prozent. Dennoch ist die DWS damit weit von anderen Anbietern entfernt. Spitzenreiter unter den Vollsortimentern ist bei dieser Kennziffer Amundi. Die Franzosen erreichen fast die Marke von 50 Prozent.

Weiterhin verkündete die DWS, die Kooperation mit einem Partner vertiefen zu wollen: der Generali. Die DWS und die italienische Versicherungsgruppe weiten ihre Zusammenarbeit bei fondsgebundenen Lebensversicherungen aus. Die Deutsche-Bank-Tochter solle weltweit einer der ausgewählten Asset Manager werden, deren Produkte von den Generali-Lebenstöchtern in verschiedenen europäischen Ländern genutzt werden können. Diese sind Frankreich, Schweiz, Deutschland und Italien. Andere Märkte können aber folgen.

Engere deutsch-italienische Partnerschaft
"Die Vertiefung der Kooperation mit einem der größten Versicherer der Welt ist ein wichtiger Schritt für uns, da wir unser ohnehin schon großes Versicherungsgeschäft im Bereich Fondspolicen noch weiter ausbauen möchten", kommentiert Thorsten Michalik, Vertriebs- und Europachef der DWS. "Mit der Generali haben wir den richtigen Partner gefunden, um unsere führende Position bei fondsgebundenen Versicherungen weiter zu stärken." 

In Deutschland ist die börsennotierte Gesellschaft mit einem Anteil von 40 Prozent klarer Marktführer unter den Anbietern von Zielfonds für Versicherungsgesellschafen, wie FONDS professionell in seiner aktuellen großen Fondspolizzen-Marktstudie herausfand. Zu den Kunden gehört unter anderem die zur Generali Deutschland zählende Aachen Müchener. Weltweit zählt die DWS nach eigenen Angaben zu den Top Fünf Vermögensverwaltern, die deren Portfolios in Versicherungspolizzen einsetzt. Die DWS hatte jüngst auch eine Kooperation mit Tikehau Capital verkündet, einem auf alternative Investments spezialisierten Haus, das auch zum Aktionärskreis der DWS gehört. (ert/jb)