Die DWS hat im dritten Quartal unterm Strich 10,5 Milliarden Euro an Neugeld einsammeln können. Dies teilt die Fondstochter der Deutschen Bank mit. Im Vorquartal waren es 8,7 Milliarden gewesen. In den ersten drei Monaten des Jahres hatten Anleger wegen der durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Kursturbulenzen noch Geld abgezogen. Das verwaltete Vermögen kletterte per Ende September auf 759 Milliarden Euro. 

Die Mittelzuflüsse konzentrieren sich allerdings vor allem auf ein Segment: passive Investments. In börsengehandelte Indexfonds (ETFs) & Co. flossen allein 6,3 Milliarden Euro. Nettomittelzuflüsse verzeichneten auch Geldmarktprodukte mit 4,3 Milliarden Euro. Dieses Segment wirft allerdings geringe Erträge ab. Abflüsse verzeichnete hingegen das aktive Management. Insbesondere aus Aktien- und Multi-Asset-Fonds zogen Kunden Geld ab. Aktive Anleihenfonds verbuchten dagegen Zuflüsse.

Sparziel rückt in greifbare Nähe
Durch den wachsenden Zuspruch steigerte das Haus auch die Erträge. Im dritten Quartal machten sich zudem gesunkene Personalkosten bemerkbar, teilte die Gesellschaft mit. Damit kommt der Vorsitzende der Geschäftsführung der DWS, Asoka Wöhrmann, mit seinem Kostensparprogramm voran – sogar schneller als geplant. "Wir erwarten, dass wir unser beim Börsengang ausgegebenes mittelfristiges Ziel für die Aufwand-Ertrags-Relation ein Jahr früher erreichen werden", kündigt Wöhrmann an.

Der DWS-Chef hatte im Frühjahr wegen der Covid-19-Pandemie den Ausblick für die Ertrags- und Kostenziele gedämpft. So hatte er für 2020 vor einer zeitweiligen Verschlechterung des Aufwand-Ertrags-Verhältnisses (Cost-Income-Ratio, CIR) gewarnt. Zugleich hatte er aber betont, dass er noch strikter sparen werde, falls nötig. Seit dem Teilbörsengang im Frühjahr 2018 arbeitet die DWS daran, sich als eigenständiger Asset Manager aufzustellen und von der Mutter Deutsche Bank zu lösen.

Mutterhaus mit überraschend hohem Überschuss
Das größte deutsche Geldhaus erzielte im dritten Quartal mit 482 Millionen Euro einen überraschend hohen Gewinn vor Steuern. Das ist rund zweieinhalb mal so viel wie von Analysten erwartet. Dies geht vor allem auf ein gutes Ergebnis im Investmentbanking zurück. Die Risikovorsorge für faule Kredite kletterte wiederum weiter auf 273 Millionen Euro. (ert)