Die Fondsgesellschaft DWS hat im zweiten Quartal 8,7 Milliarden Euro an frischem Geld eingesammelt. Zum Jahrsauftakt hatte das Haus wegen des pandemiebedingten Kursverfalls an den Börsen noch Mittelabflüsse in Höhe von 2,5 Milliarden Euro erlitten. Im ersten Halbjahr betrug das Nettomittelaufkommen somit 6,2 Milliarden Euro. Von Bloomberg befragte Analysten hatten lediglich mit 3,5 Milliarden Euro gerechnet. 

Wichtigster Absatztreiber im zweiten Quartal waren die Passiv-Sparte mit 6,5 Milliarden sowie Geldmarktfonds mit 6,3 Milliarden Euro an Zuflüssen. Aus aktiven Fonds zogen Anleger hingegen 4,1 Milliarden Euro ab. Dahinter steckten vor allem institutionelle Investoren, die Mittel aus Anleihenfonds zurücknahmen.

Das verwaltete Vermögen kletterte von 700 auf 745 Milliarden Euro – nach wie vor noch deutlich weniger als vor dem Corona-Crash. Zum Vergleich: Ende 2019 hatte die Fondstochter der Deutschen Bank ein Vermögen von 767 Milliarden Euro verwaltet.

Auch die Erträge erholten sich wieder leicht von 524 im ersten auf 551 Millionen Euro im zweiten Quartal. Dies sei vor allem auf gestiegene Performance und Transaktionsgebühren zurückzuführen. Die Einnahmen aus Managementgebühren wiederum erholten sich im Quartalsverlauf nicht. Im zweiten Quartal 2019 hatten sich die Erträge noch auf 608 Millionen Euro summiert.

Kosten und Gewinn verharren
Die Kosten im zurückliegenden Quartal kletterten gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres wiederum leicht. Das Haus führt dies auf eine höhere aktenbasierte Vergütung zurück. Gleichwohl sieht sich die DWS-Führung bei den angestrebten Kosteneinsparungen auf Kurs. Das bereinigte Aufwand-Ertragsverhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) verharrte weitgehend stabil bei 65,7 Prozent. Das Konzernergebnis fiel mit 122 Millionen Euro nur um eine Million höher aus als im ersten Quartal. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte die DWS einen Gewinn von 112 Millionen Euro erwirtschaftet.

"Im zweiten Quartal im Zeichen der Coronakrise haben wir ein weiteres Mal unsere Stärke als Unternehmen unter Beweis gestellt", kommentiert Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DWS, das Ergebnis. "Dank unseres diversifizierten Geschäftsmodells konnten wir starke Nettomittelzuflüsse generieren und unsere Aufwand-Ertrags-Relation nahe bei unserem mittelfristigen Ziel festigen." Zudem verwies er auf die Vereinfachung der Geschäftsstruktur.

Weiteres Einsparpotenzial finden, falls nötig
Angesichts der anhaltenden Pandemie geht die Führung um Wöhrmann im Ausblick für 2020 davon aus, dass bereinigte Kosten und Erträge unter den Werten von 2019 liegen werden. Die geplanten Kosteneinsparungen würden jedoch konsequent umgesetzt.

Zudem sei das Management "entschlossen und in der Lage, weiteres Einsparpotenzial zu finden und umzusetzen, sollte es die Ertragssituation im weiteren Verlauf des Jahres erforderlich machen." An der Dividende von 1,67 Euro je Aktie für 2019 hält die Führung aber fest. Darüber soll die Hauptversammlung entscheiden, die auf den 18. November verschoben wurde und virtuell stattfinden soll. (ert)