Die vor dem Teilbörsengang stehende Fondstochter der Deutschen Bank, die DWS, hat vorab schon einen wichtigen Abnehmer für ihre Anteilscheine finden können. Demnach wird der japanische Lebensversicherer Nippon Life ein großes Aktienpaket übernehmen. Dies berichten übereinstimmend die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" sowie das "Handelsblatt". Beide berufen sich auf Finanzkreise. DWS und Deutsche Bank wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Die Deutsche Bank bringt 25 Prozent der DWS-Anteile auf das Parkett. Das Institut hofft, damit 1,5 bis zwei Milliarden Euro einzunehmen. Dies würde der angeschlagenen Bank zusätzliche Liquidität einspielen. Allerdings bringt das Frankfurter Institut seine Fondssparte als KGaA an die Börse. Damit sichert sich die Deutsche Bank die Kontrolle über die DWS, auch wenn sie weitere Anteile abgeben sollte. Üblich ist dieses Konstrukt eher bei Familienunternehmen. Bei Investoren war diese Rechtsform daher auf Skepsis gestoßen.

Asien-Expansion?
Die Gewinnung von Nippon Life als Ankeraktionär wäre hingegen ein starkes Signal für einen Erfolg des Börsengangs. Der "FAZ" zufolge wollen sich die Japaner zehn Prozent der gesamten DWS-Anteile sichern. Dem "Handelsblatt" nach ist diese Zahl aber zu hoch gegriffen, da hierdurch die Liquidität der Aktie beschränkt wäre.

Zudem sollen DWS und Nippon Life auch eine Kooperation schließen, berichtet die "FAZ". Dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge erscheint dies hingegen alles andere als sicher. Eine Vertriebspartnerschaft würde der DWS einen Kanal in den stark wachsenden asiatischen Markt öffnen. Wahrnehmbar vertreten ist der Asset Manager hier noch nicht. Einer Unternehmenspräsentation zufolge entfallen nur fünf Prozent des verwalteten Vermögens auf die Asien-Pazifik-Region.

Blackrock zeigt Interesse
Den Berichten zufolge will die Deutsche Bank am Sonntag, dem 11. März, die Preisspanne für die Aktie bekanntgeben. Der Börsenprospekt soll am Montag darauf folgen. Der Teilbörsengang könnte dann wie geplant noch vor Ostern gelingen.

Der Nachrichtenagentur Reuters berichtet des Weiteren, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock werde wohl ebenfalls DWS-Aktien zeichnen. Auch der Staatsfonds Temasek aus Singapur und das Pendant von Saudi-Arabien sowie ein Fonds des US-Milliardärs George Soros könnten zu den künftigen Aktionären der DWS gehören, hieß es weiter. (ert)