Mit Wertverlusten von bis zu 40 Prozent beendeten viele – darunter auch prominente – Hedgefonds den März mit historischen Verlusten. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet, befinden sich darunter auch prominente Namen wie Ray Dalio (Bridgewater Associates), Michael Hintze (CQS), Adam Levinson (Graticule Asset Management), die bisher durch ihre langjährige Outperformance auffielen. Unterm Strich verloren drei von vier Hedgefonds Geld, obwohl sie von Investoren vielfach eigentlich als Diversifikationsinstrumente zu klassischen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen eingesetzt werden. Mehrheitlich konnten sich im März weder Hedgefonds, die in Aktien investieren, noch jene, die in den Rentenmärkten aktiv sind, der schwierigen Situation entziehen.

Kunden von Bridgewater Associates erlitten mit dem Flaggschiff-Fonds der Gesellschaft, dem Pure Alpha II Fonds, im März rund 16 Prozent Wertverlust. Ray Dalio musste seinen Anlegern gestehen, dass seine Fonds schon ab Februar falsch positioniert waren.

Historische Preisrückgänge
Auch der Drei-Milliarden-Fonds CQS Directional Opportunities Fund von Michael Hintze wurde im März um 33 Prozent billiger, womit er seinen frühere Maximum Drawdown um 200 Prozent übertraf. CQS setzt schwerpunktmäßig auf quantitative Strategien und erlitt dabei zuletzt vor allem in den Sparten "strukturierte Kredite" und "Asset-Backed Securities" Schiffbruch.

Auch Adam Levinson, der Graticule Asset Management von Singapur aus leitet, musste seine Anleger laut Bloomberg schriftlich über den schlechtesten Monatsverlauf seines Makro-Hedgefonds informieren, der Corona-Crash kostete sie neun Prozent.
Zu den Verlusten, so Bloomberg, wollten sich weder Bridgewater, noch CQS oder Graticule äußern.

Gebührenfrage wird dringender
Diese jüngste Enttäuschungswelle wird nach Einschätzung von Branchenkennern die schon seit Jahren schwelende Gebührenfrage bei Hedgefonds erneut entfachen. Kritiker weisen darauf hin, dass Hedgefondsmanager in Aufwärtsphasen mit wenig Aufwand ein Vermögen verdienen, das Risiko dabei aber stets nur auf der Seite der Anleger bleibt.

Über eine steigende Nachfrage sollten sich hingegen jene paar Fonds freuen können, deren Strategien auch im März 2020 zulegen konnten. Bloomberg weist hier besonders auf die in Jersey ansässige Gesellschaft Brevan Howard Asset Management hin, die bei ihrem Flaggschiff-Fonds im März mit einem Wertzuwachs von rund 18 Prozent ihren bisher höchsten Monatsgewinn verbuchte. (gf)