DWS nennt sich wieder Deutsche Asset Management
Deutsche Asset & Wealth Management, DWS und nun zum zweiten Mal Deutsche Asset Management: Die Fondstochter der Deutschen Bank will international wachsen und rechnet sich mit dem neuen alten Namen bessere Chancen aus. Das Kürzel DWS bleibt aber bestehen.
Die Fondsgesellschaft DWS benennt sich wieder in Deutsche Asset Management um. Dies geht aus einer Mitteilung der Deutsche-Bank-Tochter hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliegt. Ab Anfang November soll die Umwandlung starten. Die bisherige Marke DWS geben die Frankfurter aber nicht auf. Das aktive Geschäft in Europa soll weiterhin unter diesem Namen laufen. Die internationalen Aktivitäten, die Bereiche für institutionelle Kunden und Private Markets sowie das Gruppendach sollen hingegen unter der Bezeichnung Deutsche Asset Management laufen.
Damit belebt die Fondstochter der größten deutschen Bank einen Markennamen wieder, den das Haus in Vorbereitung auf den Börsengang im Jahr 2018 abgelegt hatte. Dies war nicht die erste Umfirmierung der Gesellschaft gewesen. Das Haus hatte bereits 2013 das Kürzel DWS aufgegeben und sich zunächst in Deutsche Asset & Wealth Management umbenannt. Im Zuge einer Umstrukturierung wechselte die Betreuung vermögender Kunden zurück in die Bank. Damit firmierte die Fondssparte seit 2016 als Deutsche Asset Management.
"70 Jahre Erfolgsgeschichte"
Nun kommt die erneute Rolle rückwärts. "Mit Deutsche Asset Management bauen wir auf eine Markenidentität, die international erkannt wird und bei unseren institutionellen Kunden weltweit bereits gut positioniert ist", begründet DWS-Chef Stefan Hoops den Schritt. "Die DWS steht für 70 Jahre Erfolgsgeschichte." Indem die DWS auf ihre Kernkompetenz in Deutschland und Kerneuropa fokussiert werde, stärke dies ihre Bekanntheit und Wirkung weiter, meint Hoops.
Die Marke Xtrackers für ETFs und andere passive Produkte soll den Zusatz "by Deutsche Asset Management" erhalten, ebenso wie die US-Immobiliensparte RREEF und auch die Marke DWS. Die Nutzung der Dachmarke Deutsche Asset Management sei "ein klares Signal an unsere Kunden: Als globaler Vermögensverwalter mit tiefen europäischen Wurzeln, Größe und treuhänderischer Unabhängigkeit unterstützen wir sie mit Fokus, Disziplin und weltweiter Expertise bei ihren langfristigen Zielen", so Hoops.
"Größere Sichtbarkeit außerhalb Deutschlands und Europas"
Seitdem Hoops 2022 die Leitung der Deutsche-Bank-Tochter von Asoka Wöhrmann übernommen hatte, kursierten immer wieder Berichte über eine mögliche Namensänderung. So soll Hoops bereits kurz nach seinem Amtsantritt eine Rückbenennung erwogen haben. Jüngst kamen erneut entsprechende Meldungen auf. Die Begründung lautete, dass sich das Haus als Deutsche AM unter internationalen institutionellen Investoren eine größere Präsenz erhofft.
Einen Wachstumsschwerpunkt setzt die Gesellschaft dann auch auf das weltweite Geschäft. "Unsere Ambitionen sind international", sagt nun Hoops. "Das erfordert einen neuen Ansatz: mehr Präsenz bei institutionellen Kunden und größere Sichtbarkeit in Regionen außerhalb Deutschlands und Europas." Globale Wachstumspläne, insbesondere in den USA, hatte das Haus in seiner Geschichte immer wieder verfolgt – mit wechselhaftem Erfolg.
Die Umwandlung bezeichnet die DWS in der Mitteilung als "nächste Phase der Unternehmensentwicklung der Gruppe". So sei bereits zu Jahresbeginn die Vertriebseinheit, die bei der DWS als Client Coverage Division bezeichnet wird, stärker an den Kundensegmenten ausgerichtet worden.
"Äußerst riskanter" Schritt
Änderungen des Namens bergen teils erhebliche Risiken für die Markenbekanntheit und somit das Geschäft. So hatte sich das schottisch-britische Investmenthaus Aberdeen zeitweilig "Abrdn" genannt, dies aber nach wenigen Jahren zurückgezogen. Ein Branchenkenner, der namentlich nicht genannt werden möchte, bezeichnete gegenüber FONDS professionell die Aufgabe der etablierten Markeneinheit DWS als "äußerst riskant".
Die Umbenennung in Deutsche AM soll schrittweise erfolgen und bis März 2027 abgeschlossen sein. Bestehende Fonds und Produktnamen sollen unverändert bleiben, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch der Name der börsennotierten Muttergesellschaft bleibe vorerst DWS Group GmbH & Co. KGaA. Das Börsenkürzel ändere sich ebenfalls nicht. (ert)




Vortrag am FONDS professionell KONGRESS











