Börsenunternehmen sollen ihren Anlegern und anderen Stakeholdern mitteilen, wie nachhaltig sie wirtschaften. So wollen es die EU-Regulatoren. Unlängst, im Juni, haben sich der Rat und das Europäische Parlament über die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate sustainability reporting directive, kurz CSRD) geeinigt und damit unter anderem "Greenwashing-Lücken" bei der Offenlegung nichtfinanzieller Informationen geschlossen.

Etliche Unternehmen schaffen die Kommunikation bereits gut, bei anderen hingegen findet man wenig Anhaltspunkte, wenn man herausfinden will, wie umweltfreundlich zum Beispiel ein Unternehmen wirklich ist. Eine Studie versucht nun, gut und schlecht messbar zu machen: In einer Analyse der deutschen Kirchhoff Consult unter Federführung der HHL Leipzig Graduate School of Management ist zu sehen, wer in Österreich mehr oder weniger vorbildlich mit dem Markt kommuniziert.

Post am Spitzenplatz
Demnach belegt die Österreichische Post den Spitzenplatz vor der AMAG Austria Metall. Auf dem dritten Platz liegen gleichauf Wienerberger und Porr, gefolgt von OMV. Platz fünf teilen sich Raiffeisen Bank International (RBI) und Lenzing.

Im Rahmen der Studie wurde die Nachhaltigkeitskommunikation der 39 Unternehmen im österreichischen Aktienindex ATX Prime untersucht. Die Analyse umfasste drei Bereiche: Qualität des Sustainability Reportings, integratives Nachhaltigkeitsverständnis sowie die einheitliche Darstellung in wichtigen Kommunikationsformaten. Die einzelnen Bewertungen in diesen drei Kategorien wurden zu einem Sustainability Score (höchstmögliche Punkteanzahl 30) zusammengefasst.

Im Durchschnitt erreichten die Unternehmen des ATX Prime einen Wert von 55 Prozent. Damit liegen sie zwar hinter den Kollegen im deutschen Leitindex Dax (65 Prozent), aber vor jenen im deutschen Mid-Cap-Index M-Dax (53 Prozent). Damit haben sich die ATX-Prime-Werte laut Aussendung zum Vorjahr leicht verbessert, wo die österreichischen Unternehmen noch gleichauf mit dem M-Dax lagen.

Gut bei Übererfüllung, schlecht bei externer Prüfung
"Die österreichischen Unternehmen konnten vor allem durch eine umfassende Berichterstattung über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus überzeugen", heißt es. Verbesserungspotenzial besteht hingegen im integrativen Verständnis von Nachhaltigkeit sowie bei der externen Prüfung der nichtfinanziellen Inhalte. Insbesondere bei der Prognose von nichtfinanziellen Steuerungsgrößen sowie bei der Transparenz von Nachhaltigkeitszielen in den Vergütungsbestandteilen schneiden die Dax-Unternehmen deutlich besser ab. (eml)