Der mobile Broker Trade Republic öffnet seine Pforten im ersten Quartal des neuen Jahres in Österreich. Das kündigt das Unternehmen in einer Aussendung an. Das Service kann ausschließlich über das Smartphone in Anspruch genommen werden. Über eine App können Anleger rund 7.300 Aktien, 500 ETFs, über 300 ETF-Sparpläne sowie 40.000 Derivate handeln. Handelbar sind den Angaben zufolge auch die 20 ATX-Titel sowie die wichtigsten österreichischen Wertpapiere.

Mit seinem Konzept macht das Unternehmen vor allem Druck auf die gängigen Online-Broker, die sich bereits Preisschlachten liefern. Trade Republic verlangt pro Handelsgeschäft nur einen Euro. Es handle sich um Fremdkosten, heißt es. Das Unternehmen finanziere sich über Rückvergütungen der Produktanbieter. Bei ETF-Sparplänen zahlen die Kunden laut den Angaben nichts. Es gibt auch keine Depotgebühr. Außerdem – ein vielleicht nicht ganz uninteressantes Versprechen – werden auf die Einlagen keine Negativzinsen berechnet. Selbige werden von deutschen Banken derzeit ja reihenweise eingeführt.

Keine automatische KESt-Abfuhr
Allerdings ist das Angebot auch eingeschränkt. Anleihen und aktive Investmentfonds kann man offenbar nicht erwerben. Auch gibt keine automatische KESt-Abfuhr in Österreich. Der Anleger muss also selbst im Rahmen der Steuererklärung aktiv werden, was ein gewisses Hindernis für den Markteintritt in Österreich sein dürfte.

In Deutschland stößt das Service auf Anklang. Die Kundenzahl liege "weit im fünfstelligen Bereich", heißt es. Nur rund ein Jahr nach dem Start lieg das Kundenvermögen bei 200 Millionen Euro. Allein vergangenen Dezember seien 40 Millionen Euro eingezahlt worden.

Beaufsichtigt von der Bafin
Trade Republic besitzt in Deutschland seit Ende 2018 eine Berechtigung als Wertpapierhandelsbank. Sie wird vom deutschen Regulator Bafin beaufsichtigt und verfügt nach Eigenangaben über eine Zulassung in Österreich. Hier will das Unternehmen nun offenbar die Erwartungen anheizen: Es sei eine "Warteliste" für österreichische Anleger aufgelegt worden, heißt es. Man kann sich über die App oder die Homepage (www.traderepublic.at) registrieren.

Nach einer Freischaltung sei das Depot "in weniger als zehn Minuten auf dem Handy eröffnet". Nach Geldeingang können die Kunden direkt mit dem Handel beginnen.

Bekannte Kooperationspartner
Laut der Aussendung kooperiert Trade Republic mit dem an der Börse Hamburg betriebenen elektronischen Handelssystem LS Exchange. Die Spreads sind demnach an den Referenzmarkt XETRA gebunden. Auf der Liste der Kooperationspartner stehen unter anderem auch HSBC (Derivate, Transaktion-Services), solarisBank und seit neuestem BlackRock (ETF-Sparpläne).

Die Gründer Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri haben das Unternehmen seit 2015 aufgebaut. Zu den Investoren gehören die VC Investoren Creandum und Project A sowie die Sino AG. (eml)