Paul Achleitner beugt sich laut mehreren Medienberichten dem Druck der Aktionäre und bereitet seinen Abschied aus dem Amt des Aufsichtsratschefs der Deutschen Bank vor. Das schreiben die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Finanznachrichtendienst Bloomberg unter Berufung auf Finanzkreise. Achleitner werde sein Amt allerdings erst nach Ende der Laufzeit seines Mandats im Mai 2022 niederlegen. Als Vorsitzender des Nominierungsausschusses muss Achleitner seinen Nachfolger selbst bestimmen.  

Achleitner hat in den vergangenen Jahren bei Aktionären enorm an Unterstützung verloren. Er ist seit 2012 im Amt und wurde bei der Hauptversammlung im Mai dieses Jahres mit nur 73 Prozent der Stimmen entlastet. Zum Vergleich: Bei seinem Amtsantritt hatte er noch 99 Prozent der Anteilseigner hinter sich. Insbesondere die Großaktionäre Cerberus und Qatar sollen laut FAZ Druck machen. 

Schwierige Zeiten
Zuletzt musste Paul Achleitner viel Kritik einstecken. Auf turbulente und kostspielige Umbaumaßnahmen, rasch wieder abgeblasene Fusionsgespräche mit der Commerzbank und diverse Vorstandswechsel folgte ein Absturz des Aktienkurses. Während Achleitners Amtszeit haben die Anteilscheine der Deutschen Bank nahezu drei Viertel ihres Wertes verloren. Aktuell ist die Deutsche-Bank-Aktie sogar nahe an ihrem Rekordtief. Am Mittwoch (14. August)fiel sie um fünf Prozent auf jetzt nur noch 6,10 Euro. (fp)