Die Privatkundensparte der Deutschen Bank blickt auf ein gutes Geschäft im ersten Halbjahr zurück: Das Institut beziffert das Nettoneugeschäft ihrer Privatkundenbank in den ersten sechs Monaten auf 29 Milliarden Euro. Darauf entfallen 16 Milliarden Euro auf Nettomittelzuflüsse in Anlageprodukte, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen des Geldhauses.

Die Zahlen sind schwer mit früheren Veröffentlichungen zu vergleichen, da das Institut seine Sparten jüngst neu zugeordnet hatte. Die milliardenschweren Zuflüsse zeigen aber, dass es der Deutschen Bank offensichtlich gut gelingt, ihre Privatkunden von Investments in Fonds und andere Finanzprodukte zu überzeugen.

Sechstes Quartal in Folge mit Nettomittelzuflüssen
Der Bank zufolge stiegen die Erträge im Private Banking und Wealth Management im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 607 Millionen Euro, während die Erträge im Personal Banking um 14 Prozent auf 213 Millionen Euro zulegten. "Besonders stark war das Wachstum in Deutschland und auch in Asien", sagt Frank Schriever, der das Wealth Management in Deutschland leitet.

Allein im zweiten Quartal pumpten Privatkunden der Bank unter dem Strich sieben Milliarden Euro in Fonds und andere Finanzprodukte. "Damit verzeichnete die Privatkundenbank das sechste Quartal in Folge Nettomittelzuflüsse in Anlageprodukte", teilt das Institut mit. Das verwaltete Vermögen der Sparte stieg im zweiten Quartal um 16 Milliarden auf 535 Milliarden Euro.

BGH-Urteil drückt Vorsteuerergebnis ins Minus
Trotz des guten Geschäfts reichte es bei der Privatkundenbank im zweiten Quartal nicht für einen Gewinn: Der Verlust vor Steuern lag bei elf Millionen Euro – der allerdings deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr. "Dabei belastete die BGH-Entscheidung zur Einwilligung von Kunden zu Preisanpassungen aus dem April das Quartalsergebnis mit insgesamt 222 Millionen Euro", teilt das Institut mit.

"Die Privatkundenbank bildete in diesem Zusammenhang Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten von 128 Millionen Euro, vornehmlich für mögliche Gebührenrückerstattungen, und setzte zudem die betroffenen Gebühren bis zum Abschluss individueller Preisvereinbarungen aus." Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hatte im April geurteilt, dass Banken nicht ohne explizite Zustimmung ihrer Kunden höhere Gebühren verlangen können. (bm)