Rund ein Dreivierteljahr nach der Verschmelzung der Postbank mit dem inländischen Privatkundengeschäft der Deutschen Bank laufen nun offenbar die Gespräche über den Abbau von Arbeitsplätzen. Dies berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen. In der Zentrale der aus Postbank und dem deutschen Privatkundengeschäft gebildeten Sparte DB Privat- und Firmenkundenbank sollen der Zeitung zufolge bis 2020 rund 750 Stellen wegfallen. Das entspreche grob geschätzt 15 Prozent der Arbeitsplätze, sagte ein Insider der Zeitung. 

Ungefähr die Hälfte dieses Ziels sei bereits gesichert, unter anderem, weil Mitarbeiter sich im Rahmen von Freiwilligenprogrammen auf ein Ausscheiden geeinigt hätten. Die Deutsche Bank hoffe, die Verhandlungen bis etwa Mitte 2019 abzuschließen, schreibt das "Handelsblatt" weiter.

Kürzungen auch Bereich "Operations"
Auch im Bereich "Operations", wo Abwicklungs- und Serviceaufgaben wie Kontoservice und Kreditabwicklung gebündelt sind, plane die Großbank Stellenstreichungen. Hier sollen bis 2022 rund 1.200 Jobs wegfallen. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Bank dem "Handelsblatt" zufolge befristete Verträge nicht verlängern. Zudem solle der Einsatz von Leih- und Zeitarbeitern reduziert werden. Auch diese Gespräche möchte das Institut möglichst noch in diesem Jahr abschließen.

Für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing ist die Integration der Postbank ein wichtiger Schritt. Sein Institut hofft darauf, durch die Zusammenlegung und den Abbau von Doppelstrukturen bis 2022 Synergien von 900 Millionen Euro heben zu können. Zu den Informationen über den geplanten Stellenabbau habe sich die Deutsche Bank nicht konkret äußern wollen, schreibt das "Handelsblatt".

Großaktionäre machen Druck
Die Zeit drängt. Darüberhinaus fordern vier der größten Anteilseigner der Bank von Sewing tiefere Einschnitte im Investmentbanking, wie manager-magazin.de berichtet. Zwar ist die Deutsche Bank im vergangenen Jahr in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Aktienkurs ist seit Sewings Amtsantritt vor zehn Monaten jedoch um rund ein Drittel gefallen. Einer der Großinvestoren habe die Bank daher aufgefordert, das US-Investmentbanking bis zum Sommer zu verkleinern, schreibt manager-magazin.de. Zweifel bestünden zudem daran, dass die Position des Investmentbanking-Chefs mit Garth Ritchie noch richtig besetzt sei. (am)