Die Deutsche Bank bleibt ihren führenden Mitarbeitern gegenüber großzügig: Ihnen winkt für 2017 wieder ein milliardenschwerer Bonustopf – und das, obwohl der Bankriese das vergangene Geschäftsjahr erneut im roten Bereich beendete und der Jahresverlust auch noch höher ausfiel als vorab berichtet.

Wie aus dem am Freitag veröffentlichten und testierten Zahlenwerk hervorgeht, beträgt die Gesamtsumme der variablen Vergütung für die rund 97.500 Mitarbeiter des Konzerns 2,27 Milliarden Euro. Für 2016 hatte die Bank lediglich 546 Millionen Euro an Boni ausgeschüttet. Vor allem die traditionell gut bezahlten Investmentbanker, bei denen etwa die Hälfte der Gelder landet, sollen sich für wieder deutlich steigende Erfolgsprämien eingesetzt haben, berichtet das "Manager Magazin" auf seiner Onlineseite. Der Vorstand indes verzichtet komplett auf Boni.

Weniger spendabel ist die Deutsche Bank gegenüber ihren Aktionären: Die Eigentümer müssen sich mit einer Mini-Dividende von elf Cent je Anteilschein (Vorjahr: 19 Cent) oder in Summe 230 Millionen Euro begnügen. Zumindest an dieser Stelle wird dem letztjährigen Geschäftsergebnis Tribut gezollt, denn von einer "Gewinnbeteiligung" kann keine Rede sein – im Gegenteil.

Rund 240 Millionen Euro mehr Miese
Wie der Jahresabschluss zeigt, ist die Deutsche Bank 2017 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als zunächst angenommen. Im testierten Geschäftsbericht weist der Frankfurter Dax-Konzern 735 Millionen Euro Verlust aus. Anfang Februar war auf Basis vorläufiger Zahlen noch von einem Verlust von 497 Millionen Euro die Rede gewesen. Als Ursache für die Differenz werden Steueransprüche in Großbritannien genannt, die erst in der Zwischenzeit berücksichtigt wurden.

Immerhin: Vor Steuern hat das Institut im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden Euro verdient nach einem Verlust von 810 Millionen Euro im Vorjahr und mehr als sechs Milliarden Euro 2015. Und die von Branchenanalysten vielbeachtete Aufwand-Ertrags-Quote verbesserte sich 2017 gegenüber dem Vorjahr um knapp fünf Prozentpunkte auf 93,4 Prozent. (ps)