In der Privatkundensparte der Deutschen Bank droht ein massiver Stellenabbau, wie das "Handelsblatt" berichtet. Betroffen sei der Bereich Operations, der für Hintergrundarbeiten wie Kreditabwicklung, die Prüfung von Sicherheiten und andere administrative Aufgaben der Privatkundensparte zuständig ist. In den kommenden Jahren sollen von den rund 6.000 Beschäftigten in diesem Bereich etwa 1.500 bis 2.000 Stellen abgebaut werden, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen gegenüber der Zeitung bestätigten. Das Management verhandle seit kurzem mit der Arbeitnehmerseite über die geplanten Kürzungen. Derartige Gespräche sind notwendig, bevor ein umfangreicher Stellenabbau stattfinden kann.

Zudem habe das Geldhaus nun auch Verhandlungen über einen Jobkürzungen in den beiden Zentralen in Frankfurt und Bonn aufgenommen, wie zwei Insider einen entsprechenden "Bloomberg"-Bericht bestätigten. Allerdings werden die in dem Artikel kolportierten "mehreren tausend Stellen" bestritten – stattdessen sei ein "hoher dreistelliger Bereich" realistisch.

Corona verzögert Jobabbau
Der Stellenabbau sei Teil der Sparpläne von Manfred Knof, Chef des Privatkundengeschäfts. Er will die Kosten in seiner Sparte bis Ende 2022 um eine Milliarde Euro reduzieren. Der strenge deutsche Arbeitnehmerschutz erschwert jedoch die Personalkürzungen. Die damalige Entscheidung des Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing, auf dem Höhepunkt der Pandemie Entlassungen für einige Wochen auszusetzen, habe die Pläne weiter verzögert, so die Insider. Knof sei nur wenige Monate im Rückstand, und die Verzögerung sei kein Grund zur Besorgnis, hieß es. Eine Sprecherin der Deutschen Bank lehnte gegenüber dem "Handelsblatt" einen Kommentar ab. (mb)