Die Deutsche Bank und Google Cloud gehen eine strategische Partnerschaft ein. Dies teilte das größte deutsche Geldhaus mit. Die Kooperation soll es dem Institut ermöglichen, auf Cloud-Dienste umzusteigen. Das Haus wolle mit dem Technologiekonzern seine IT-Architektur neu ausrichten. Der Umstieg sei auf mehrere Jahre angelegt und werde schrittweise erfolgen. Aus der Zusammenarbeit heraus sollen zudem neue Finanzprodukte für Kunden entwickelt werden.

"Die Partnerschaft mit Google Cloud wird unserer strategischen Transformation nochmals einen großen Schub geben", sagte Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, der Mitteilung zufolge. "Wir zeigen damit, dass wir entschlossen sind, in unsere Technologie zu investieren – denn unsere Zukunft ist eng verbunden mit unserem Erfolg bei der Digitalisierung. Hierbei geht es ebenso sehr um Erträge wie um Kosten."

Hadern mit alten IT-Systemen
Konkret erhofft sich das Institut durch die Zusammenarbeit mit Google Cloud Neuerungen wie Datenmanagement, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Damit ließen sich etwa Firmenkunden bei der Verwaltung ihrer Barmittel sowie bei Risikoanalysen besser beraten. Für Privatkunden wiederum sollen "intuitive digitale Lösungen im Mittelpunkt stehen, die den Dialog zwischen Kunden und Mitarbeitern erheblich vereinfachen werden", heißt es weiter.

Wie viele Geldhäuser ringt auch die Deutsche Bank mit alten IT-Systemen. Das Institut hinkt jedoch bei der Modernisierung der Konkurrenz deutlich hinterher. Die frühere IT-Chefin des Hauses, Kim Hammonds, hatte aufgrund der hartnäckigen EDV-Probleme das Haus gar als "most disfunctional company", also als "unfähigste" und "unorganisierteste" Firma bezeichnet. Sie musste einige Zeit später ihren Posten räumen. Im Sommer 2019 hatte die Bank den ehemaligen SAP-Vorstand Bernd Leukert an Bord geholt. Er soll die IT auf Vordermann bringen und angekündigt, die Komplexität der Systeme zu reduzieren und in die Cloud zu verlagern.

Mit anderen verhandelt
Nun erhofft sich die Bank mit der Google-Kooperation einen Fortschritt. Der Entscheidung seien in den vergangenen fünf Monaten intensive Gespräche vorausgegangen. So habe die Bank mit mehreren Dienstleistern gesprochen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zählten die US-Technologieriesen Microsoft und Amazon dazu. Nun machte aber Google das Rennen. Beide Partner würden die Vorschriften zum Schutz der Privatsphäre und des Datenschutzes einhalten, um sicherzustellen, dass die Kundendaten und Informationen der Deutschen Bank vertraulich und integer behandelt werden, betonen die Unternehmen zudem. (ert)