Immer wieder gelangen heikle Nachrichten über Interna der Deutschen Bank an die Öffentlichkeit. Allzu oft ging es dabei in jüngerer Zeit um Missstände, die die Führungsspitze gern verschwiegen oder zumindest später kommuniziert hätte. Das Geldhaus will nun die undichte Stelle finden – und vermutet sie in seinem eigenen Aufsichtsrat. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, geht es beim heutigen Aufsichtsratstreffen der Deutschen Bank auch darum, Mitglieder des Gremiums zu identifizieren, die womöglich regelmäßig Informationen an die Presse durchgestochen haben.

Nach Recherchen von SZ, NDR und WDR hat die Deutsche Bank Ermittlungen eingeleitet, um eventuelle Datenlecks im Aufsichtsrat ausfindig zu machen. Das Institut hat bestätigt, dass es entsprechende Untersuchungen gibt, äußert sich aber nicht zu Details,so die Zeitung. Anlass für die Ermittlungen sind offenbar Informationen aus dem Aufsichtsrat rund um die Berufung von Christian Sewing zum Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2018, die es gegen den Willen der Institutsleitung vorzeitig in die Presse geschafft hatten.

Vertraulichkeit wiederherstellen
Informierten Kreisen zufolge soll eine externe Beratungsfirma Mitglieder des Aufsichtsrats zu Befragungen geladen haben. Die Deutsche Bank gibt auch dazu keinen Kommentar ab. "Die Arbeiten eines Aufsichtsrats unterliegen der strafrechtlich geschützten Vertraulichkeit. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat deshalb einstimmig eine Untersuchung in die Wege geleitet, wie diese künftig am besten sichergestellt werden kann", so ein Sprecher gegenüber der SZ. (fp)