Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Christian Sewing, zeigte sich auf der gestrigen Hauptversammlung in Frankfurt (24. Mai) für eine Fusion der Fondstochter DWS offen. Der Asset Manager konzentriere sich zwar auf organisches Wachstum, solle aber auch strategische Optionen nutzen, sagte Sewing auf dem Aktionärstreffen. Die DWS hatte im März 2018 den Teilbörsengang absolviert. Die Mutter hält noch die Mehrheit der Anteile.

Die Deutsche Bank ringt auf zahlreichen Feldern mit Problemen. Nachdem die Gespräche über einen Zusammenschluss mit der Commerzbank ergebnislos beendet wurden, erhofften sich viele Anteilseigner einen neuen Plan von Sewing. Der kündigte auf dem Aktionärstreffen aber lediglich an, insbesondere im Investmentbanking weiter krfätig zu sparen und Geschäftsfelder mit schwankenden Erträgen auf den Prüfstand zu stellen.

Kein Kontrollverlust
Die DWS hingegen liefert vergleichsweise stabile Erträge ab. Sie gilt als Perle des ansonsten darbenden deutschen Branchenprimus. Entsprechend will Sewing die Hoheit über die Fondstochter behalten. "Auch im Falle einer Fusion wird die DWS weiter zum Kerngeschäft der Deutschen Bank gehören", betonte der Vorstandschef vor den Aktionären.

Diese Haltung erschwert die Verhandlungen, die offenbar bereits geführt werden. So gerieten die Gespräche mit der UBS über eine Zusammenlegung ihrer Asset-Management-Einheiten mit jenen der DWS wohl über die Frage der Kontrolle ins Stocken. Auch Europas größter Fondsanbieter Amundi signalisierte Interesse an der DWS. Augenscheinlich kommt für die Franzosen aber auch nur eine Mehrheitsbeteiligung infrage, um das Fondshaus komplett ins eigene Geschäft integrieren zu können – wie zuvor bereits beim Schulterschluss mit Pioneer Investments geschehen. (ert)