Europäische Kreditinstitute unterliegen diversen Regulierungen durch die Bankenaufsicht Bafin und die Europäische Zentralbank. Das ist zwar nicht neu, gefällt den Instituten aber ganz und gar nicht. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing klagte nun in einer Videoschaltung auf dem Bankengipfel in Frankfurt: "In Europa haben wir viel dafür getan, Banken gar nicht mehr groß werden zu lassen." Zwar sei es richtig, Großbanken besonders sorgfältig zu regulieren. Doch die Bedeutung von Größe in der Finanzwelt steige exponentiell an, gab Sewing laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zu bedenken.

"Es kann nicht in unserem Interesse sein, dass alle diese globalen Banken ihren Sitz außerhalb Europas haben", kritisierte Sewing weiter. Er fordert eine faire Regulierung und gleiche Wettbewerbsbedingungen. Manfred Knof, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, vertritt eine ähnliche Meinung wie der Deutsche-Bank-Chef: "Wir brauchen nicht mehr, sondern klügere Regeln – insbesondere eine mittelstandsgerechte Umsetzung." Es bräuchte eine Regulierung, "die die Finanzierungskraft der Banken nicht einschränkt", so Knof auf dem Bankengipfel. 

Kritik an Bankenabgabe
Ein Kritikpunkt der Top-Manager ist die sogenannte Bankenabgabe. Diese soll sicherstellen, dass keine Steuergelder für die Rettung von Banken verwendet werden müssen, wie es in der Finanzkrise 2008/2009 der Fall war. Die Abgabe ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Sewing fürchtet zudem eine regulatorische Schieflage im Wettbewerb mit Fintechs oder Big Techs, die anders reguliert werden als etablierte Banken, aber früher oder später in das klassische Bankgeschäft einsteigen könnten. Er fordert: "Gleiche Geschäfte, gleiche Regulierung." (fp)