Die Dekabank hat im ersten Halbjahr 2020 die Nettovertriebsleistung gegenüber den entsprechenden Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Der Absatz kletterte von 6,7 auf fast 14,5 Milliarden Euro, teilte der zentrale Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen mit. Einen wesentlichen Anteil daran hatte das Geschäftsfeld Asset Management Wertpapiere. Hier kletterte die Nettovertriebsleistung von 1,3 auf 8,9 Milliarden Euro.

Hatte das Haus im Vorjahr noch leichte Abflüsse aus Publikumsfonds und dem fondsbasierten Vermögensmanagement verzeichnet, standen 2020 unter dem Strich ein Neugeldaufkommen von 2,8 Milliarden Euro. Die Zahl der neu abgeschlossenen Wertpapiersparpläne kletterte von 200.000 auf 356.000 im ersten Halbjahr. Allein bei Privatkunden lag der Zertifikate-Absatz bei 2,3 Milliarden Euro. Aber auch institutionelle Kunden stockten ihre Anteile an Spezialfonds, Mandaten und Zertifikaten deutlich auf. Die guten Absatzzahlen hatten sich im Frühjahr bereits angedeutet.

Trotz gutem Absatz Gewinnrückgang erlitten
"Eine Reihe von Kunden haben die Einbrüche an den Märkten genutzt, um zuzukaufen. Das ist nicht selbstverständlich.", sagte Deka-Chef Georg Stocker bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. "Diese Entwicklung ist ein wirklich starkes Signal für die Wertpapierkultur in unserem Land." Dennoch ging der Kurseinbruch an den Märkten nicht spurlos an dem Institut vorbei. Die Total Assets lagen per Ende Juni mit 310 Milliarden Euro leicht unter dem Wert von Ende Dezember. Entsprechend lag auch das Provisionsergebnis mit 577 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 591 Millionen Euro.

Das Zinsergebnis des Instituts wiederum blieb auf Vorjahresniveau. Allerdings erhöhten die Deka-Banker wegen der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie die Risikovorsorge im Kredit- und Wertpapiergeschäft. Konkrete Ausfälle würden zwar kaum verzeichnet, doch die Unternehmensratings seien bereits schwächer. Das hatte Folgen für das wirtschaftliche Ergebnis: Dieses brauch um 27 Prozent auf 162,5 Milliarden Euro ein.

Noch länger im Homeoffice
Aufgrund der hohen Unsicherheit über die weiteren Auswirkungen der Pandemie auf die Weltwirtschaft rechnet das Institut auch für das Gesamtjahr mit einem niedrigeren Gewinn als im Vorjahr. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsen dürfte das Wertpapiergeschäft aber weiterhin Rückenwind erhalten, vermutet Stocker. Er hatte zu Jahresbeginn den Deka-Vorsitz von Michael Rüdiger übernommen.

Desweiteren rechnet der Institutschef damit, dass 70 bis 80 Prozent der Deka-Mitarbeiter bis mindestens Ende des Jahres im Homeoffice arbeiten, je nach Fortgang der Infektionsraten. "Uns drückt da aber auch nichts, wie haben keine Eile", sagte Stocker. Die Umstellung von Präsenz- auf Heimarbeit sei dem Institut im März binnen einer Woche gelungen. Mobiles Arbeiten werde auch künftig einen höheren Stellenwert einnehmen. Dennoch würde die Büro-Präsenz aber nicht wegfallen. Denn insbesondere die Kreativität leide unter dem fehlenden Zusammentreffen der Mitarbeiter. (ert)