Die Dekabank hat sich an der europäischen Ratingagentur Scope beteiligt. Bislang wird der Ratingmarkt von großen angelsächsischen Agenturen dominiert. Die Anteile hat die Tochter der deutschen Sparkassen im Rahmen einer Kapitalerhöhung erworben, wie das Institut am Dienstag (16.12.) mitteilte. Den Angaben zufolge liegt die Beteiligung bei unter fünf Prozent.

"Alternative Sichtweise" zu US-Ratingagenturen
"Mit unserer Beteiligung unterstützen wir die Weiterentwicklung eines wichtigen europäischen Projekts", sagte Deka-Vorstand Matthias Danne in einer Stellungnahme. "Scope fördert mit den Analysen und Bewertungen den Wettbewerb und die Vielfalt der Perspektiven in der Ratingbranche und stärkt die Autonomie der europäischen Kapitalmärkte."

In Europa hatten zuletzt Bestrebungen zugenommen, sich insbesondere von den USA unabhängiger zu machen. Vor diesem Hintergrund wurde unlängst auch eine europäische Bezahlmethode namens Wero ins Leben gerufen.

Scope ist ein Anbieter von Kreditratings, ESG-Analysen und Fondsforschung. Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben eine "alternative Sichtweise" zu den nordamerikanischen Ratingagenturen bei der Bewertung von Risiken in einer Vielzahl von Anlageklassen.

Breiter Kreis von Anteilseignern
Mit der Beteiligung reiht sich die Dekabank in einen wachsenden Kreis von Anteilseignern ein. Auch die Vienna Insurance Group gehört jetzt zu den Aktionären, wie aus einer separaten Mitteilung von Scope hervorging.

Größter Aktionär neben Unternehmensgründer Florian Schoeller ist derzeit die Aqton Holding von Investor Stefan Quandt. Zu den über 80 weiteren Aktionären zählen Versicherungen und Banken wie Axa, Signal Iduna, Talanx/HDI, SV Sparkassenversicherung und Crédit Agricole. Die Deka hatte in der Vergangenheit bereits mit Scope im Bereich der Kapitalmärkte zusammengearbeitet. (mb/Bloomberg)