Nun beschäftigt sich auch die britische Finanzmarktaufsicht umfassend mit verbotenen Dividendendeals, mit denen Investoren womöglich den Fiskus geprellt haben. Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) zufolge ermittelt die Financial Conduct Authority (FCA) gegen 14 Banken und Unternehmen sowie sechs Einzelpersonen, die in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt sein sollen. Die Unternehmen sollen "Dividendenstripping" in mehreren europäischen Ländern organisiert haben.

Um welche Banken und Unternehmen es sich dabei handelt, ist bislang nicht bekannt. Die FCA kommentiert die laufenden Untersuchungen nicht. Der Schlag gegen die mutmaßlichen Cum-Ex-Delinquenten scheint indes von langer Hand geplant gewesen zu sein: Bereits im Februar hatte ein leitender Ermittler der Aufsicht laut FAZ über eine Zusammenarbeit mit anderen europäischen Behörden gesprochen, in deren Zuge man einen "erheblichen und mutmaßlich missbräuchlichen Aktienhandel auf dem Londoner Markt" aufklären wolle.

Chicago an der Themse
Die laufende Ermittlung ist nicht die erste Verbindung zwischen dem Cum-Ex-Skandal und dem Vereinigten Königreich. Viele angloamerikanische Banken, die ihren Sitz in London haben, sind darin verwickelt. Auch das britische Broker-Haus Icap hat in größerem Umfang Aktien leer verkauft, bis die Gesetzeslücke rund um solche Geschäfte mit Dividendentiteln im Jahr 2012 geschlossen wurde, heißt es in dem Zeitungsbericht. Außerdem haben an der Themse zahlreiche Steuer- und Wirtschaftskanzleien ihren Sitz, die Banken und Investoren zu Cum-Ex-Deals beraten haben. (fp)