Die Konzernzentrale der Deutschen Bank in Frankfurt ist am Mittwoch (22.7.) von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Hintergrund sind ältere Geschäfte der Postbank.

"Nach unseren Informationen geht es um Transaktionen der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010", erklärte ein Sprecher der Bank. Das Institut arbeite uneingeschränkt mit den Behörden zusammen. Die Deutsche Bank werde in dieser Angelegenheit als Dritte durchsucht.

Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften
Die Deutsche Bank übernahm die Postbank – die frühere Finanztochter der Deutschen Post – im Jahr 2010, begann deren Integration jedoch erst rund zehn Jahre später. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person steht die Durchsuchung im Zusammenhang mit sogenannten Cum-Cum-Transaktionen der Postbank.

Bei Cum-Cum-Geschäften handelt es sich um eine Form der Dividendenarbitrage. Dabei wurden Aktien vorübergehend an im Ausland ansässige Investoren übertragen, um die Besteuerung von Dividendenerträgen zu vermeiden.

Bereits zweite Durchsuchung im Juli
Es ist die jüngste Durchsuchung bei Deutschlands größter Bank. Erst Anfang des Monats hatten Ermittlungsbehörden im Rahmen eines Verfahrens wegen des Verdachts der Veruntreuung gegen einen ehemaligen Mitarbeiter eine Filiale der Privatkundenbank am Frankfurter Hauptsitz durchsucht. (mb/Bloomberg)