Nach den massiven Bespitzelungsvorwürfen teilte die Credit Suisse am Dienstag (01.10.) mit, dass Pierre-Olivier Bouée das Unternehmen verlässt. Der für das operative Geschäft zuständige Vorstand selbst hatte seinen Rücktritt angeboten und eingeräumt, auf eigene Faust Privatdetektive engagiert zu haben, als er vom Wechsel des Topmanagers Iqbal Khan zur Konkurrenz erfahren habe. Laut derzeitiger Untersuchungen der beauftragten Kanzlei soll Bouée keine weiteren Mitglieder aus dem Verwaltungsrat oder der Chefetage informiert haben.

Bouée habe mit der Überwachung verhindern wollen, dass Khan bei seinem Wechsel zur UBS Kunden oder Mitarbeiter der Credit Suisse mitnimmt. Die Detektive und die Kanzlei sollen allerdings keine Hinweise dafür gefunden haben, dass Khan gegen seine vertraglichen Verpflichtungen verstoßen habe, berichtet der Tagesanzeiger. Auf Bouée soll nun James Walker folgen. Der Verwaltungsrat hat den Chefanlagestrategen der amerikanischen Tochtergesellschaft befördert.

Verfolgung ist in Zürich aufgeflogen
Khan hatte im September bemerkt, dass ihm und seiner Familie drei Personen folgen.  Als Khan ein Foto vom Auto der Verfolger gemacht habe, soll es zu eine Handgemenge gekommen sein. Die Detektive saßen daraufhin für kurze Zeit in Untersuchungshaft. Nun prüft die Staatsanwaltschaft, was genau vorgefallen ist. (fp)