Die Zinswende ist da und angesichts der Inflationsentwicklung dürften die Zinsen weiter steigen. Demzufolge werden Fremdfinanzierungen teurer und damit alternative Finanzierungsmodelle interessanter. Das Investorenkapital ist zwar auch nicht geschenkt, es ist aber unter Umständen ein wichtiger Baustein, um Kredite von Banken zu erhalten, denn die Anforderungen an Eigen- und Mezzaninekapital steigen.

"Allerdings gibt es im deutschsprachigen Raum sehr wenige Möglichkeiten für mittel­ständische Unternehmen, Eigenkapital oder eigenkapitalnahe Finanzierungen zu lukrieren", sagte Daniel Horak in einem Interview mit FONDS professionell. Er ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Wiener Crowdinvesting-Plattform Conda, die im Sommer von sich reden machte, weil die heimische Ho­telgruppe Falkensteiner über ­eine Crowdinvesting-Kampagne in kurzer Zeit die Rekordsumme von mehr als acht Millionen Euro akquirierte.

Dieses Beispiel veranschaulicht das Potenzial, das im Crowdinvesting-Modell generell steckt. "Wir haben zum Start der Plattform gesagt, dass wir uns nicht als ­Alternative, sondern als Ergänzung am ­Kapitalmarkt und im Finanzierungsbereich für Unternehmen sehen", betont Horak. Conda vermittelt in erster Linie Finanzierungsprojekte von Start-ups, bei denen die Emissionsbeträge typischerweise sehr viel kleiner sind als bei Immobilien­investments. Durch die Kooperation und das Zusammenspiel können Crowdinvesting-Plattformen ein Element der Unternehemensfinanzierung werden.

Der Conda-Chef sieht sein Unternehmen "in den etablierten Kapitalmarkt hineinwachsen" und führt dazu an: "Im November 2019 haben wir mit 'Fundnow' ein Finanzierungstool für KMU und Start-ups vor­gestellt, das wir gemeinsam mit der Erste Bank ent­wickelt haben. Das geht in die richtige Richtung." (ae)


Das vollständige Interview mit Daniel Horak, in dem es auch um die europäische ECSP-Verordnung und die Zusammenarbeit mit externen Vertriebspartnern geht, lesen Sie in der FONDS professionell-Ausgabe 3/2022 ab Seite 162 und hier im E-Magazin.