Die ungarische Commerzbank-Tochter könnte für rund 100 Millionen Euro über den Tisch gehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich dabei auf Personen, die mit der Situation vertraut sind. Das Institut hatte vergangenes Jahr laut Geschäftsbericht rund 3,4 Millionen Euro Gewinn gemacht und betreut hauptsächlich Firmenkunden mit Geschäft in Ungarn.

Interesse hat der Platzhirsch OTP Bank Nyrt angemeldet, aber auch die in Budapest stark vertretenen KBC Groep NV aus Belgien und die österreichische Raiffeisen Bank International AG (RBI) sind interessiert, heißt es in den Kreisen. Die Gespräche sind allerdings in einem frühen Stadium. Die Commerzbank lehnte einen Kommentar zu dem Prozess ab.

RBI betont organisches Wachstum
Eine RBI-Sprecherin sagte gegenüber FONDS professionell ONLINE, man äußere sich nicht zu einzelnen Namen und Marktgerüchten. Sie betonte, "die RBI möchte in ihren derzeitigen Märkten wachsen und hat in der Vergangenheit ihre Fähigkeit zu organischem Wachstum unter Beweis gestellt."  Wachstum durch Akquisitionen werde nur in Betracht gezogen, wenn das Objekt zum bestehenden Geschäft passe und die Gesamtbeurteilung des Investitionsfalls positiv ist.

Commerzbank-Chef Knof hat kurz nach Amtsantritt einen Vier-Jahr-Plan zur Kostensenkung und Gewinnsteigerung präsentiert. Die Frankfurter Bank wird sich aus 15 ausländischen Standorten zurückziehen und die Aktivitäten dort entweder verkaufen oder schließen. Außer Ungarn geht es unter anderem um Brasilien, Belgien und Luxemburg. (eml)