Die Commerzbank gibt ihre Beteiligung an der Investmentboutique Nixdorf Kapital ab. Das Institut wird jedoch das Geschäft der Gesellschaft im Bereich des ESG- sowie des Impact Investing behalten. Die Aktivitäten seien in den Bereich für hochvermögende Privatkunden (Ultra-High-Net-Worth Individuals, UHNWI) integriert worden und würden hier weiterentwickelt, teilte das Geldhaus auf Anfrage von FONDS professionell mit.

"So werden wir den Markennamen Nixdorf weiter nutzen und Gründerin Dagmar Nixdorf eng einbinden", erläuterte ein Commerzbank-Sprecher. "Im Gegenzug haben wir die vollständige Rückgabe der Minderheitsanteile an die Mehrheitsgesellschafterin Nixdorf Marque vereinbart." Der Schritt erfolge "im Rahmen einer vorgezogenen Nachfolgeregelung der Hauptgesellschafter", so der Institutssprecher. Finanzielle Details der Transaktion nannte die Bank nicht.

Asset-Management-Geschäft neu sortiert
Die Commerzbank hatte das Asset Management als Wachstumsfeld ausgerufen und den Plan verfolgt, ein Dach für Investmentboutiquen aufzubauen. Im Zuge der Expansionspläne hatte das Kreditinstitut 2024 eine Beteiligung in Höhe von 18 Prozent an Nixdorf Kapital erworben. Nixdorf Kapital war 2016 von Dagmar Nixdorf, der Nichte des Computerpioniers Heinz Nixdorf, gegründet worden. Ebenfalls 2024 hatte die Commerzbank drei Viertel der Anteile der Hamburger Investmentgesellschaft Aquila Capital erworben. Bereits 2023 hatte das Geldhaus Yellowfin Asset Management gegründet.

Aquila und Yellowfin hat das Frankfurter Institut zuletzt unter dem Dach der Sachwerte-Tochter Commerz Real gebündelt. Zudem hob das Geldhaus die Tochter Commerz Real Capital als Vertriebseinheit aus der Taufe. Geschäftsführer der neuen Tochtergesellschaft ist Thilo Wolf. Er hatte früher bei der Asset-Management-Einheit der US-Großbank BNY Mellon den Posten des Deutschlandchefs inne und war 2023 zur Commerzbank gestoßen. Daneben steckt das Institut mitten im Abwehrkampf gegen den Übernahmevorstoß durch die italienische Großbank Unicredit. (ert)