Eine gemeinsam mit der Unicredit entwickelte Strategie könnte für Investoren vorteilhaft sein. Das hat die Commerzbank der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zufolge erklärt. Dies sei bislang das deutlichste Signal dafür, dass die Bank eine Konfrontation mit der italienischen Rivalin vermeiden möchte, die die Kontrolle über sie übernehmen will.

"Ein gemeinsamer Ansatz hat das Potenzial, Wert zu schaffen", befand die Commerzbank in einer am Donnerstag (6.8.) veröffentlichten Präsentation zu ihren Geschäftszahlen. Voraussetzung sei eine "gemeinsam entwickelte Strategie auf Grundlage der bestehenden Geschäftsmodelle". Einzelheiten dazu, wie ein solcher Plan aussehen könnte, nannte die Bank allerdings nicht. 

Tiefgreifende Veränderungen
Die Commerzbank steht unter wachsendem Einfluss der Unicredit unter Vorstandschef Andrea Orcel. Das italienische Institut wird seinen Anteil an dem deutschen Geldhaus voraussichtlich auf nahezu 50 Prozent ausbauen. Orcel hat angekündigt, nach der Übernahme der Kontrolle tiefgreifende Veränderungen umzusetzen. Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp lehnt einige seiner Vorschläge entschieden ab.

Wie "Bloomberg" berichtete, wollen beide Institute ihre Gespräche über die Zukunft der Commerzbank in einem bereits angesetzten Videotelefonat aufnehmen, das voraussichtlich kurz nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen stattfinden wird. Frühere Treffen zwischen beiden Seiten hatten ihre Differenzen vertieft.

Überschaubare Risiken
Die Commerzbank erklärte in der Präsentation, dass ein mit der Unicredit abgestimmter Plan im Vergleich zu den bestehenden Vorstellungen von Vorstandschefin Bettina Orlopp "überschaubare" Umsetzungsrisiken hätte. Die aktuell von der Unicredit vorgeschlagene Strategie wäre dagegen mit "erheblichen" Umsetzungsrisiken verbunden. Zudem sei ungewiss, ob dieser Plan Wert schaffen würde.

Für das zweite Quartal berichtet die Commerzbank einen Nettogewinn, der die Erwartungen übertraf. Das operative Ergebnis stieg um rund 17 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Der Überschuss im Zeitraum April bis Juni legte auf 898 Millionen Euro zu, wie der Dax-Konzern mitteilte. Zudem kündigte die Bank ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von bis zu 1,2 Milliarden Euro an. (Bloomberg/am)