Commerzbank-Deal: Unicredit sieht Milliarden-Einsparpotenzial
Die Unicredit macht bei der geplanten Übernahme der Commerzbank Tempo. Die Italiener locken Aktionäre mit einem Aktientausch – und sehen bei einer erfolgreichen Fusion Einsparungen und Ergebnisverbesserungen von insgesamt rund zwei Milliarden Euro.
Die Unicredit hat ihr Übernahmeangebot für die Commerzbank offiziell vorgelegt und damit die entscheidende Phase im Ringen um Deutschlands zweitgrößte Privatbank eingeläutet. Besonders im Fokus stehen dabei mögliche Einsparungen und Ergebnisverbesserungen von insgesamt rund zwei Milliarden Euro.
Die Annahmefrist für das Angebot begann am 5. Mai und läuft bis zum 16. Juni, wie die Unicredit mitteilte. Die Italiener bieten 0,485 eigene Aktien für jede Commerzbank-Aktie. Auf Basis des aktuellen Kurses entspricht das einem Angebot von rund 32 Euro je Aktie beziehungsweise einer Bewertung der Commerzbank von knapp 35 Milliarden Euro.
Damit liegt das Angebot allerdings rund acht Prozent unter dem Börsenkurs der Commerzbank, der zuletzt bei etwa 34,80 Euro lag. Entsprechend gilt es als fraglich, ob viele Aktionäre ihre Anteile andienen werden. Unicredit-Chef Andrea Orcel hatte zuletzt erklärt, er könne die Offerte "leicht" nachbessern, falls die Nachfrage der Investoren stark ausfalle.
Einsparungen von rund zwei Milliarden Euro möglich
Besonders deutlich äußerte sich die Unicredit zu möglichen Synergien im Fall einer erfolgreichen Übernahme. Laut Angebotsunterlage will Orcel die Profitabilität der Commerzbank vor allem durch Einsparungen in der Konzernzentrale sowie eine Optimierung der IT steigern.
Dadurch könne ein zusätzlicher Bruttobetriebsgewinn von rund 1,1 Milliarden Euro erzielt werden. Zusammen mit bereits früher vorgestellten Maßnahmen, die auch ohne vollständige Übernahme umgesetzt werden könnten und etwa 800 Millionen Euro zusätzliches operatives Ergebnis bringen sollen, ergibt sich laut Unicredit ein Verbesserungspotenzial von insgesamt rund zwei Milliarden Euro.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählt unter anderem eine "Neugestaltung" des internationalen Netzwerks der Commerzbank.
Anhaltender Widerstand aus Deutschland
Unicredit-Chef Orcel verfolgt die Übernahmepläne bereits seit September 2024. Die Italiener halten inzwischen knapp 30 Prozent an der Commerzbank. Sowohl die Bundesregierung als auch das Management der Commerzbank lehnen die Übernahme jedoch ab. Der deutsche Staat hält noch rund zwölf Prozent an der Bank.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp hatte die Vorschläge Orcels bereits zuvor zurückgewiesen. Die Bank bezeichnete die Pläne als "spekulativen Versuch, das erfolgreiche Geschäftsmodell der Commerzbank zu zerschlagen". Die Commerzbank kündigte an, die Angebotsunterlagen nun "sorgfältig zu prüfen".
Unicredit mit Rekordgewinn
Zeitgleich legte die Unicredit starke Quartalszahlen vor. Der Nettogewinn stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro. Zudem hob die Bank ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf mindestens elf Milliarden Euro an und bestätigte ihre Ziele bis 2028. (mb/Bloomberg)
















