Die Fondsgesellschaft Fidelity International hat in ihrem per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr im deutschen Wholesale-Geschäft ein Nettomittelaufkommen von mehr als einer Milliarde Dollar (860 Millionen Euro) erzielt. In der Region Österreich und Osteuropa flossen noch einmal gut 600 Millionen Dollar (520 Millionen Euro) hinzu. Das Haus knüpft damit an die guten Ergebnisse des Vorjahres an.

"Der Erfolg des Vorjahres war keine Eintagsfliege", sagt Christian Machts, Wholesale-Vertriebsleiter für Deutschland, Österreich und Osteuropa, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Fidelity ist wieder da, spielt wieder in der Top-Liga und bleibt auch dort". Das Haus insgesamt hatte in den vergangenen Jahren gegen den Branchentrend mit einer Absatzflaute gerungen. Diese sieht Machts nun nachhaltig überwunden. Das Bruttomittelaufkommen habe sich für das Geschäftsjahr auf 5,5 Milliarden und in Österreich und Osteuropa auf gut 1,7 Milliarden Dollar beziffert, so Machts.

"Wir finden unsere Nischen"
"Inmitten der Corona-Pandemie und der entsprechenden Marktentwicklung haben wir uns konsequent auf wichtige Trends ausgerichtet", erläutert der Vertriebsprofi. So waren ESG-Fonds ein Absatztreiber der Angelsachsen. "Bei nachhaltigen Strategien stammen die Zuflüsse primär aus Aktien, aber zunehmend auch aus anderen Anlageklassen", berichtet Machts. "Im Bankenvertrieb sind ESG-Produkte ein Kernthema." Weitere Zuflüsse entspringen insbesondere börsengehandelten Indexfonds (ETFs) "Fidelity sieht sich nicht in Konkurrenz zu den großen Akteuren, aber wir finden unsere Nischen und sehen dort erhebliches Potenzial", so der ehemalige Blackrock-Mann.

Ein weiterer Wachstumstreiber waren Sparpläne. "Das ist beeindruckend, was hier passiert", so der Wholesale-Vertriebsleiter. Der überwiegende Teil des Neugeschäfts entfalle hier auf klassische Fonds. Durch Kooperationen, etwa mit der Direktbank ING, will der Anbieter aber auch den Vertrieb von mit ETF-Sparplänen ankurbeln. Wenngleich mittel- bis langfristig bei Fidelity der Großteil des Sparplangeschäfts nach wie vor auf klassische Fonds entfallen dürfte, meint Machts .

"Aus unserer Komfortzone heraus"
Als dritten Wachstumstrend sieht der Vertriebsprofi den Technologiebereich. Hier verweist Machts auf die Kooperationen mit dem Start-up Moonfare, das über die Digitalisierung Private-Equity-Investments für Privatanleger zugänglich macht, sowie die neu geknüpfte Partnerschaft mit dem Robo-Advisor Whitebox. "Das führt uns aus unserer Komfortzone heraus und ist sehr spannend für das gesamte Team", berichtet Machts. "Wir beobachten auch, dass der Markt dies zunehmend einfordert".

Als künftige Wachstumsfelder verweist Machts auf alternative Investments – gerade im Wholesale-Geschäft. "Dank der durchgängigen Digitalisierung gelingt es uns mit unserem Partner Moonfare, die Stückelung bei Private-Equity-Investments auf 100.000 Euro zu senken", berichtet Machts. Über den Rückgriff auf neue Vehikel wie den European Long Term Investment Fund (Eltif) seien sogar Stückelungen bis zu 10.000 Euro machbar. Ein entsprechendes Angebot planen die Partner für Anfang 2022. (ert)