Der Weg für Fondsgesellschaften nach China war bislang verschlungen und mit Hürden versperrt. Doch nun hat die Regierung im Zuge ihres Öffnungskurses einen weiteren Stein aus dem Weg geräumt. Nunmehr dürfen ausländische Anbieter bei einem Joint Venture mit einem einheimischen Haus 51 Prozent der Anteile übernehmen. Bislang durften fremde Asset Manager maximal 49 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen halten.

Dies dürfte weitere Interessenten locken, die den verheißungsvollen Markt im Reich der Mitte beliefern wollen. Viele Fondsanbieter hielt die Beschränkung auf eine Minderheitsbeteiligung bislang von einem Einstieg ab. "Viele internationale Fondshäuser bevorzugen ein Mehrheitsengagement, da sie eine größere Kontrolle über das Geschäft und strategische Entscheidungen ausüben wollen", sagt Ye Kangting, Analystin bei dem auf die Asset-Management-Industrie spezialisierten Researchgesellschaft Cerulli Associates.

Lokale Banken wehren ab
"Globale Manager erhalten nun mehr Spielraum, Gemeinschaftsunternehmen zu gründen oder kleinere, chinesische Anbieter aufzukaufen, die damit ringen, ihr verwaltetes Vermögen und ihre Erträge zu steigern", erläutert Ye. Allerdings werde es ausländischen Managern, die bereits ein Joint Venture eingegangen sind, schwer fallen, ihren Anteil auf die Mehrheit auszuweiten. Dies gelte insbesondere für die Fondstöchter der Banken. "Banken haben die Macht, solche Bestrebungen abzuwehren", erläutert Ye.

Stockende Öffnung
Der chinesische Markt birgt enormes Potenzial. Die dortige Fondsindustrie ist erst im Entstehen begriffen. Allerdings öffnet sich das Land nur langsam für externe Manager. So darf etwa eine Handvoll der in Hongkong zum Vertrieb zugelassenen Fonds seit gut drei Jahren auch auf dem chinesischen Festland verkauft werden. Ebenso lange dürfen ausländische Anbieter im Rahmen des "Wholly Foreign-Owned Enterprise"-Programms (WFOE) eigene Ableger in der Volksrepublik gründen, wenngleich unter Einschränkungen. Peking hatte zudem zeitweilig die Öffnung wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten des Landes ausgesetzt.

So erhielt etwa Fidelity erst vergangenes Jahr die Lizenz als ausländischer Asset Manager und legte zu Jahresbeginn die ersten Fonds für Festlandchina auf. Neben Fidelity sind weitere westlicher Anbieter in der Volksrepublik aktiv, so etwa J.P. Morgan Asset Management, Blackrock oder Allianz Global Investors und die DWS. Auch der zentrale Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken, Union Investment, mischt über ein Joint Venture im Reich der Mitte mit. Zudem kündigte Hauck & Aufhäuser an, Fonds in China vertreiben zu wollen. Die Bank war von dem chinesischen Konglomerat Fosun übernommen worden. (ert)