Eine starke Führungskraft ist für Unternehmen das A und O. Sie fordert und fördert das Team und spornt es so zu immer neuen Höchstleistungen an. Eine schlechte Führungskraft dagegen erreicht oft genau das Gegenteil – und kann einer Firma erheblich schaden. Unternehmen müssten deshalb eigentlich ein großes Interesse daran haben, Führungskräfte auf ihre neue Rolle vorzubereiten.

Umso erstaunlicher ist das Ergebnis einer neuen Umfrage der Stellenbörse Stepstone unter knapp 2.000 Führungskräften, die der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) vorliegt. Demnach fühlen sich gerade mal 15 Prozent aller Führungskräfte richtig auf den Job vorbereitet, 35 Prozent haben nie ein solches Training erhalten.

Zwar ist die Stepstone-Studie nicht repräsentativ, das Ergebnis deckt sich aber mit einer Umfrage des Verbands für Fach- und Führungskräfte aus dem Jahr 2014. Damals gab von 1.000 befragten Chefs lediglich ein Drittel an, sich gut auf das neue Aufgabenspektrum vorbereitet zu fühlen, berichtet die SZ.

Chef sein kann man lernen
Dabei fällt der Rollenwechsel zur Führungskraft vielen Mitarbeitern schwer. Sie werden von einen Tag auf den anderen mit vielen Fragen konfrontiert. Wie geht man mit Mitarbeitern um, die bis eben noch gleichberechtigte Kollegen waren? Kann und sollte man die alte Vertrautheit aufrecht erhalten? Muss man sich nun distanzieren? Die gute Nachricht: "Man kann Führung lernen", zitiert die SZ Jörg Felfe, der an der Universität der Bundeswehr Arbeits- und Organisationspsychologie lehrt. "Aber nicht allen fällt es gleich leicht." (fp)