Der Schweizer Asset Manager GAM hat wegen der Suspendierung von Manager Tim Haywood und der Liquidierung der von ihm geführten Fonds im dritten Quartal ordentlich Federn lassen müssen. Das verwaltete Vermögen sank binnen drei Monaten von 163,8 Milliarden Schweizer Franken (143 Mrd. Euro) auf 146,1 Milliarden Franken (128 Mrd. Euro), wie der börsennotierte Vermögensverwalter mitteilt.

Kunden haben im Zuge der Auflösung der von Haywood gemanagten ARBF-Fonds zusätzlich 5,3 Milliarden Franken (4,6 Mrd. Euro) aus anderen GAM-Portfolios abgezogen. Die Fondsliquidierung sorgte für Mittelabflüsse von 10,8 Milliarden Franken (9,4 Mrd. Euro). Die schlechte Marktentwicklung kostete GAM nach eigenen Angaben weitere 1,5 Milliarden Franken (1,3 Mrd. Euro). 

Keine Neuigkeiten zu Haywood
"Die Folgen der Suspendierung eines ARBF-Investment-Directors waren ein klarer Rückschlag für GAM. Wir sind daran, unmittelbare und zeitnahe Maßnahmen umzusetzen, um die Profitabilität von GAM zu unterstützen. Wir haben ein stabiles und diversifiziertes Geschäft, auf dem wir weiter aufbauen, und fokussieren uns nach wie vor voll und ganz darauf, die Anlagerenditen zu erzielen, die unsere Kunden erwarten", kommentiert GAM-Vorstandschef Alexander S. Friedman die Zahlen, denen aber keine Details zu Gewinnen oder Verlusten beigefügt sind.

Angaben zur Zukunft Haywoods und weitere Informationen über die Hintergründe der Suspendierung des Managers finden sich in der Mitteilung nicht. Allerdings hatte GAM vor rund einem Monat bestätigt, dass sich ein Kollege Haywoods bei der Geschäftsleitung gemeldet hatte. Anlass waren Haywoods Investments in weithin illiquide Schuldpapiere von Firmen des indisch-britischen Unternehmers Sanjeev Gupta (FONDS professionell ONLINE berichtete). 

Prüft GAM den eigenen Verkauf? 
Der Vermögensverwalter berichtet über Fortschritte bei der Auflösung der ARBF-Portfolios. Bisher seien zwischen 82 und 91 Prozent der Vermögenswerte der luxemburgischen und irischen UCITS-Fonds sowie 66 bis 72 Prozent der Feeder-Fonds auf den Cayman Islands und in Australien zurückgezahlt worden (Details zu den Fonds finden Sie hier bei FONDS professionell ONLINE). "Die verbleibenden Vermögenswerte werden, abhängig von den Marktbedingungen, in den kommenden Monaten liquidiert. GAM rechnet mit weiteren Ausschüttungen an die Anleger im 4. Quartal 2018", schreibt der Asset Manager.

Die Gesellschaft betont weiter, dass sie alles tun werde, damit den Aktionären keine Nachteile entstehen. Das Finanzportal Finews interpretiert diese Äußerung so, dass intern auch ein Selbstverkauf der Gesellschaft geprüft werde. Entsprechende Gerüchte kursieren seit rund zwei Wochen.(jb)