Letztes Jahr war er noch Spitzenreiter, dieses Jahr hat der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch es nicht einmal mehr in die Top Ten der besten Asset-Management-Boutiquen geschafft. Auf der aktuellen Liste der Branchenbeobachter von Scope ist das Flossbach'sche Fondssortiment mit einer Verschlechterung der Top-Rating-Quote von 83 auf 50 Prozent auf Rang 16 abgerutscht. Zuvor war der Kölner Fondsanbieter mit seiner Palette bereits von der Ratingagentur Morningstar herabgestuft worden. Während der Abstieg hier an der gewöhnungsbedürftigen Ranking-Philosophie von Morningstar liegt, hat der Absturz auf der Scope-Liste vor allem mit der Zusammensetzung der Flossbach-Fonds zu tun

Zahlreiche Portfolios des Hauses setzen auf der Aktienseite bevorzugt auf defensive Titel, zum Beispiel aus dem Konsum- oder Pharmabereich. Deren Wertentwicklung war im vergangenen Jahr allerdings vergleichsweise schwach. Zugleich sind die Fonds in der Regel im Technologiesektor eher untergewichtet. Hinzu kommt die im letzten Jahr negative Wertenwicklung bei Gold, die Scope bereits Mitte März dazu veranlasst hatte, diverse Flossbach-Flaggschiffe herabzustufen.

Des einen Leid ist des anderen Freud'
Der neue Spitzenreiter bei den kleinen Asset Managern heißt Carmignac. Das französische Fondshaus konnte seine Top-Rating-Quote seit dem vergangenen März von 53 auf 81 Prozent steigern. Laut den Scope-Analysten umfassen die Rating-Verbesserungen die gesamte Produktpalette. Die Neupositionieren von Carmignac im vergangenen Jahr trage nun Früchte. Auf Platz zwei folgen Lupus alpha und Nomura Securities, mit einer Top-Rating-Quote von 72 Prozent. 

Das sind die zehn Sortimentskönige unter den kleinen Gesellschaften

Das ist noch nicht alles: Insgesamt sind neben Carmignac drei weitere Vermögensverwalter neu in die Riege der zehn besten kleinen Gesellschaften aufgestiegen. Mainfirst belegt den Platz hinter Lupus und Nomura, mit einer Top-Rating-Quote von 70 Prozent. Dahinter sicherte sich die Capital Group ihren Platz im Ranking, mit einer Quote von 69 Prozent. Ebenfalls neu in der Auswahlmannschaft vertreten ist Barings: Mit einer Top-Rating-Quote von 60 Prozent belegt der Asset Manager den vorletzten Platz im Ranking. 

So steht es um die Platzhirsche 
Auch die großen Vermögensverwalter haben die Turbulenzen der vergangenen zwölf Monate nicht unberührt gelassen. Zum Ende des ersten Quartals 2021 gab es hier einen großen Sprung an die Spitze: Columbia Threadneedle erhöhte innerhalb eines Jahres die Top-Rating-Quote von 38 auf 55 Prozent. Damit konnte der Asset Manager von Platz 21 auf Platz eins durchstarten und ist der neue Spitzenreiter im Ranking der Asset-Management-Giganten. Besonders stark sei die Positionierung von Columbia Threadneedle bei den europäischen und globalen Aktienfonds, heißt es von Seiten der Scope-Analysten. 

Das sind die zehn Sortimentskönige unter der großen Gesellschaften 

Auf Platz zwei folgt Union Investment, mit einer Quote von 55 Prozent. Im Vorjahr hatte es das Unternehmen auf den siebten Rang geschafft. Es fällt auf, dass das Gros der Aufsteiger vor allem im Aktienbereich stark aufgestellt ist. So auch vier weitere Neueinsteiger: Janus Henderson Investors mit einer Quote von 51 Prozent auf Platz, Ninety One auf Platz acht, sowie die beiden Schlusslichter Lazard Asset Management und Morgan Stanley. Hinzu kommt, dass die besten Anbieter enger zusammengerückt sind: Während das Spektrum der Top-Rating-Quoten Ende März 2020 von 44 bis 62 Prozent reichte, liegt es derzeit bei 45 bis 55 Prozent. (fp/ps)


Über die Ratingmethode: Scope bewertet rund 6.000 in Deutschland sowie Österreich zum Vertrieb zugelassene Publikumsfonds (UCITS). Verwaltet werden diese von mehr als 300 Gesellschaften. Das Anbieter-Ranking sortiert die Gesellschaften nach ihrem Anteil an Fonds mit Top-Rating.

Scope bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Danach werden die Fonds, die mindestens fünf Jahre existieren und zum Vertrieb zugelassen sein müssen, in fünf Stufen von A bis E eingeteilt. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Der Quotient aus der Anzahl der Top-Ratings und der Gesamtzahl der Fondsratings eines Asset Managers ergibt dann den Prozentanteil der bestbewerteten Fonds eines Vermögensverwalters.

Um den unterschiedlichen strategischen Ansätzen der Gesellschaften gerecht zu werden, erstellt Scope zwei separate Ranglisten – jeweils eine für "kleine Gesellschaften", die über lediglich acht bis 24 bewertete Fonds verfügen, als auch eine für "große Fondsanbieter" mit mindestens 25 bewerteten Portfolios. Gesellschaften mit insgesamt weniger als acht bewerteten Fonds werden für diese Auswertung nicht berücksichtigt.